Der Aphorismus des Monats

Es braucht Mut, die Wahrheit zu suchen,

ohne zu wissen, ob man sie ertragen kann.

 

© Ernst Reinhardt (*1932), Dr. phil., Schweizer Publizist und Aphoristiker

 

 

Lest   ihr   Leute   hier Gedichte und auch manche Kurzgeschichte
Lest ihr Leute hier Gedichte und auch manche Kurzgeschichte

 

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Diese Seite wird nicht kommerziell genutzt. Sie soll dem interessierten Liebhaber von Geschichten und Gedichten Gelegenheit geben, sich an den hier veröffentlichten Werken zu erfreuen. Kritische Meinung zu den Gedichten, Kurzgeschichten und Dialogen sind äußerst willkommen.

 

Die auf dieser Seite eingestellten Aphorismen, Gedichte, Kurzgeschichten und Dialoge sind ein kleine Auswahl aus meinen gesammelten Werken. Klicken Sie bitte in der Navigationsleiste am Kopf auf die gewünschte  Auswahl.

 

 Das Bild des Uhu habe ich mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin Martina Wernicke auf dieser Seite platziert.

 

 

Oktoberfest

 

Wenn auf der Wies’n in München dir

 der Rummel schmeckt sowie das Bier,

 wenn kiloweis‘ du Weißwurst frisst

 dann weißt du, dass Oktober ist

 

und wirst dich einreih‘n in den Haufen

 der Menschen, die dort sinnlos Saufen,

 sich danach kräftig übergeben

 um Platz für neues Bier zu geben.

 

So pflegt in Bayern man die Riten

 und hat doch so viel mehr zu bieten

 als Suff und Fraß und Keilerei…

 Ich schau, wenn‘s aus ist mal vorbei.

 

©  Horst Fleitmann 2018

 

 

 

Wer will das nicht?

 

Die Menschheit harrt bisher vergebens,
der Wunscherfüllungen des Lebens:
Uralt zu werden wär's zum Einen
und zweitens, ewig jung zu bleiben

 

©  Horst Fleitmann 09/2015

 

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Nur noch ans Meer

 

Kein Mensch kann los sich davon eisen,

vom Wunsch, wie früher mal zu reisen.

Niemand kommt wandernd an sein Ziel

und auch Entdecker gibt's nicht viel,

die, wie in früh'ren Zeiten üblich,

entdeckten. Das ist sehr betrüblich.

 

Schön wär's, wenn in den heißen Tropen,

wo einst die Affenschwärme tobten

gejagt von Löwen und Hyänen

man könnte Unentdecktes wähnen.

Oder mit Riesenschlangen ringen

die dich vielleicht ins Jenseits bringen.

 

Mutig in einem Teich zu tauchen,

In dem, was gar nicht zu gebrauchen,

hungrig ein Alligator zischt,

ganz närrisch auf dein Bein erpicht.

Wie schön, wenn du mit letzter Kraft

es aus dem Maul des Tiers geschafft.

 

Hast du den Angriff überstanden,

ein Glück in diesen Tropenlanden,

entdeckst du gleichsam neues Leben.

Soll es ja immer noch dort geben

und weil’s bisher noch nicht bekannt,

wird es dann nach dir selbst benannt.

 

Schön auch, wenn du beim Biwakieren,

nächtens von äußerst wilden Tieren,

die hungrig um dein Lager streichen.

und deinen Mut total erweichen,

den Sinn des Lebens noch ergründest,

bevor du ins Nirwana schwindest.

 

Fällst du hernach zum guten Ende,

noch Kannibalen in die Hände,

bist du tatsächlich dann verloren

und wirst in ihren Töpfen schmoren.

Da dies kein guter Urlaub wäre,

reisen wir ausschließlich zum Meere.

 

© Horst Fleitmann 2018

 

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Lampenfieber

So mancher Künstler der sein Werk

zum Vortrag oder Ansicht bringt,

hofft zeitgleich, dass man es nicht merk,

wie fiebrig er mit Lampen ringt.

 

© Horst Fleitmann 2012

 

  

 

Nicht nur für Dich

 

Ach ich sag' Dir, allzu gern

säß' ich mit Herrn Morgenstern

Wilhelm Busch und Eugen Roth

kurze Zeit in einem Boot,

 

könnt' ich wechseln manchen Satz

zudem mit dem Ringelnatz,

würde absolut nicht zaudern,

mit Hans Dieter Hüsch zu plaudern,

 

möchte mich der Reime wegen

neben die Kaléko legen,

Goethe, Schiller, Berthold Brecht

wär'n zum Diskutiern mir Recht,

 

tauschte viele Sätze mein,

gegen die Heinz Erhardt's ein.

Niemand von den Dichter-Assen

wird sich zu mir niederlassen.

 

Weilen alle überdies

lang' im Dichterparadies.

Ich komm' da bestimmt nicht hin

Weil ich nur ein Reimer bin.

 

Also schreib ich lustig weiter

manchmal ernst und manchmal heiter.

Reime immer schon wie Heute

nur für Dich und andre Leute.

 

© Horst Fleitmann, 2018

 

Sich kennen lernen

In diesen Zeiten ist es üblich

(so mancher findet es betrüblich)

wenn unbemannt und unbeweibt

für'n Date man sich im Netz rumtreibt.

 

Wenn's einer macht, vielleicht auch beide

könnte es sein aus Langeweile.

Oftmals jedoch tut es wohl Not

weil die Vereinsamung sonst droht.

 

Denn wer nur vorm Computer hockt

hat Zweisamkeit meist schon verbockt.

So sucht man dann im Internet

ein Gegenstück, das möglichst nett,

 

Natürlich hat's das schon gegeben,

dass hier man Partner fand für's Leben.

Durch tausend Klicks und manche Chats

findet der Surfer dann was Nett's.

 

Man mailt sich hin und wieder her,

möchte hernach schon etwas mehr,

greift beiderseits zum Telefon

und dann, mit Glück, funkt es auch schon.

 

Der nächste Schritt ist der Termin,

wo er trifft sie und sie trifft ihn.

Er lädt sie dann zum Essen ein.

Beim Italiener könnt es sein.

 

Nun sitzen sie am gleichen Tisch.

Schnell trennt die Spreu vom Weizen sich.

Vielleicht wird dieser Tag verflucht

weil man was andres hat gesucht.

 

Doch hat, was jeder Mensch gleich spürt,

Gott Amor hier Regie geführt,

werden die Stunden zu Sekunden.

Man hat gesucht sich und gefunden.

 

Das Leben schreibt solche Geschichten,

sonst würde ich's hier nicht bedichten.

Sehr vielen Paaren ist passiert

dass glücklich sie sich so liiert.

 

© Horst Fleitmann 2018

 

 

 

Keiner wird's schon lesen

 

Will Euch diese Zeilen schenken,
lest, ihr Freunde, das Gedicht.
Niemand soll was falsches denken.
Keiner denkt ja so wie ich.

 

Früher, als ich sehr viel kleiner,
wurd ich erstmals konfrontiert,
mit dem Teufel, diesem Keiner.
Anfangs war ich irritiert.

 

Keiner konnte einfach alles
und er war auch sehr präsent.
Hört und lest im Fall des Falles,
falls ihr Keiner noch nicht kennt:

 

Keiner dichtet so wie Goethe,
baut wie Keiner, oft auf Sand.
Keiner geigt und spielt so Flöte
wie die Besten hier im Land.

 

Keiner würde ihn wohl wagen
den beruflichen Spagat.
Keiner hat auf alle Fragen
eine Antwort gleich parat.

 

Keiner schoss so schöne Tore
wie Brasiliens Pele`
Keiner sagt mein Gott ich hole
solchen Typ zum BVB.

 

Keiner kümmert sich um Bienen,
die Natur ganz allgemein.
Keiner weiß, wo's hin wird führen
Keiner sieht das alles ein.

 

Keiner hat, zeigt die Geschichte,
für den Frieden wirklich Zeit.
Aus dem Dunkel hin zum Lichte:
Keiner war dazu bereit.

 

Niemand setzt in seinem Leben
die Gesetze außer Kraft,
die uns die Natur gegeben.
Keiner hätte das geschafft.

 

Keiner, ja den kennt wohl jeder.
Niemand ist so gut wie er
Keiner zieht so oft vom Leder
Niemand zieht gleich hinterher.

 

Dies Gedicht schrieb irgendeiner
der den Keiner echt nicht mag.
Niemand liest es... oder Keiner.
Ach... das hatt' ich schon gesagt.

 

© Horst Fleitmann, 2018

 

Wisst ihr noch?

 

Lang ist's her, vor sechszig Jahren
ist mir wieder "eingefahren",
gab's in unsrer schönen Stadt,
etwas, das nicht jeder hat:

 

Einen Leierkastenmann.
Ich erinn're mich daran,
wenn wir Kinder Fangen spielten,
uns für Indianer hielten,

 

Hula Hoop'ten, uns versteckten,
hin und wieder " Rolli" schleckten,
Rennen fuhren mit dem Roller,
leierte der Mann stets doller.

 

Wöchentlich kam er vorbei.
An der alten Metzgerei
drehte er dort seine Runden,
mit der Leier und den Hunden.

 

Trällerte sehr alte Lieder,
stets die gleichen, immer wieder.
Manchmal sang er auch dabei,
für 'nen Groschen oder zwei.

 

Eines Winters irgendwann
blieb er aus, der alte Mann.
Ich erinnere grad wieder
diese Leierkasten - Lieder,

 

auch wie Oma jahrelang
ihre Kinderzeit besang.
Herrlich, die Erinnerungen
die der Jugend sind entsprungen.

 

© Horst Fleitmann, 2018

 

Gesichtsreform

 

Ein Herr bildet sich selber ein

sehr schön und auch galant zu sein,

bis ihm ein Mitmensch dann verkündet

dass er im Irrtum sich befindet.

Er könne, sagt er, an sich feilen

um etwas jünger zu erscheinen.

 

Solch Urteil kränkt den Herren deftig,

zwangsläufig steigert er sich heftig

in ungeahnten Jugendwahn.

Nun wird es "höchste Eisenbahn",

die Falten baldigst zu vertuschen,

den Ausdruck im Gesicht zu pushen.

 

Man spritzt ihm Botox in die Lippen,

wird hier und da zudem geschnitten.

Auch ein Toupet kommt auf den Schädel.

So widersteht ihm jetz kein Mädel,

denkt nun der Mensch mit Mittelscheitel

und überschätz sich, merklich, eitel.

 

Weniger ist oft merklich besser.

Weil nun durch die Chirurgenmesser,

's Gesicht wirkt wie in Stein gehauen,

ist jener Herr nur zu bedauern

Nun scheint sein Antlitz, einst mit Glatze,

Toupet-behaart nur noch als Fratze.

 

Zum Glück gibt es ja Schönheitsfarmen,

die seiner sich zu gern erbarmen.

Solange die Finanzen stimmen,

wird man ihn immer weiter "trimmen".

"Schnittiges" Aussehn, Jugend pur...

Gesichtsreform hat Konjunktur.

 

© Horst Fleitmann, 2018

 

Hoffen

 

Bald die Hälfte seines Lebens,

weiß man, hofft der Mensch vergebens:

 

Kinder auf den Weihnachtsmann,

Oma drauf, dass Opa kann.

sie, dass er sie heut verschont,

er dass sie von selbst mal kommt.

 

Schüler dass die Schule brennt,

Dieb, dass man ihn nicht erkennt.

Autor dass sein Buch was wird,

König dass man ihn hofiert.

 

Arbeitnehmer auf mehr Lohn,

Musiker auf guten Ton.

Radler auf recht gute Straßen,

Säufer auf sehr volle Maßen.

 

Bauer auf das rechte Wetter,

Gläubige auf den Erretter

Braut auf schöne Eheringe,

Dichter dass der Vers gelinge.

 

Stürmer dass man auf- ihn stellt,

Torwart dass er alles hält.

Kanzler oder Kanzlerinnen

auf die meisten Wählerstimmen.

 

Alle haben was zu hoffen.

Ob's erfüllt wird bleibt oft offen.

Wo man nicht zu hoffen wagt,

dort ist man wohl zu verzagt

 

Würd die Hoffnung auf- man geben,

wär's ein hoffnungsloses Leben.

 

© Horst Fleitmann, 2018

 

Das Reh

 

Klein war die Stadt von mir besucht

mit gutem Wein und wenig Licht.

Nachts hab ich mein Hotel gesucht

und traute meinen Augen nicht:

 

Ein Reh stand mitten auf dem Markt

in dieser kleinen hübschen Stadt

das wunderte mich doch sehr arg

weil es sonst niemals Wild dort hat.

 

Ein Bild war es, fast wie im Traum.

Die Kirchturm-Uhr schlug gegen vier

Ich sah wie’s Reh dort atmet kaum.

Was will das arme Tier nur hier,

 

so dachte ich, und schlich beglückt

ans Reh heran, still und besonnen

damit es sich nicht gleich erschrickt.

Es trank ganz friedlich dort am Bronnen.

 

Ich sah, dass es mein Nah’n nicht spürte,

denn als ich dann zum guten Schluss

das schöne Reh recht sanft berührte,

blieb‘s standhaft. ‘S war ein Bronzeguss.

 

© Horst Fleitmann 3/2018

 

Krieg der Zwerge

 

 Bald sieht man wieder auf- sie rüsten,

von Bayern bis zu Holsteins Küsten.

Der hardcore Schrebergärtner ahnt,

ein Zwergenaufstand ist geplant.

Der bunte Gnom mit Zubehör

fehlt fast in keinem Garten mehr.

Wird jemand ohne Zwerg gesehen,

kein Schrebergärtner kanns verstehen.

 

Nun kauft man schnell den Plastik-Gnom.

Der fiese Nachbar hat ihn schon.

Mit Augenklappe im Gesicht,

Laterne tragend, hell sein Licht,

die große Schaufel auf der Schulter,

zeigt der sich angriffslustig, munter.

Grün seine Jacke, rot die Hose.

Der Gartenzwerg in Angriffs-Pose

 

steht in des Nachbarn Schrebergarten,

gleich neben dessen Zwergtomaten,

die durch den Schutz des Gnoms gut ranken.

Der Gartenfreund macht sich Gedanken,

wie möglichst schnell und imposant

sein Zwergvolk kriegt die Oberhand.

Sie stehen knapp sich gegenüber:

Die Schrebergarten- Zwergen-„Führer“.

 

In Reih und Glied straff aufgestellt,

so wie's den Gärtnern wohl gefällt,

folgt nun die alljährliche Schlacht,

wer wohl den besten Eindruck macht.

Die Zwergenanzahl... unermesslich.

Monumental und etwas grässlich.

Es droht beinah zu eskalieren.

Will man den Angriff echt riskieren?

 

Da sieht man schon im Gras im grünen

einen erdolchten Zwergen liegen.

Das Messer steckt ihm noch im Rücken

ein Anblick nicht grad zum entzücken

Die Schrebergärtner sehen ein

das kann kein Miteinander sein.

Der Zwergenaufstandsplan bleibt liegen,

im Schrebergarten siegt der Frieden.

 

© Horst Fleitmann 3/2018

 

 

 

Irgendwie

 

Täglich liest man in Gazetten

morgens früh bei Brot und Tee,

irgendwer war nicht zu retten,

irgendwem tut wo was weh.

 

Irgendein Investigator

deckte irgendetwas auf,

wo dann irgend so'n Beamter

vorsorglich die Hand hielt drauf.

 

Irgendwo auf dieser Erde

schießt man irgendein Volk tot.

Irgendjemand denkt das täte

nach zu langem Frieden Not.

 

Irgendwelche Artgenossen

Kippen irgendwas ins Meer.

Irgendwie sterben die Fische

irgendwann gibt's keine mehr.

 

Jeden Tag kriegt in der Presse

irgendwo in jeder Stadt,

irgendwer was auf die Fresse.

Irgendwie hab ich das satt!

 

© Horst Fleitmann, 2018

 

 

 

Kunstgenuss

 

Die Kunst an sich und guter Wein

kann nur gut für's Befinden sein.

Was taugt als Geist- und Leibesnahrung,

zeigt dann die eigene Erfahrung.

 

Zu schwere Kost ist unerbaulich

da sie am Ende schlecht verdaulich.

Zu leichte Kost, dick aufgetragen,

liegt nach "Genuss" recht schwer im Magen.

 

Verbale Kunst, gekonnt erzählt

ist nichts, was Geist und Körper quält.

Gerahmte Kunst spricht jeden an

der sie erfreut betrachten kann.

 

Bei allen Künsten aber führt

doch die Musik. Durch Sie erst spürt

man die geheimnisvolle Kraft,

die in uns das Besondre schafft.

 

Sie stimuliert den Sinnesmagen

und, wird sie kunstvoll vorgetragen,

begeistert sie. Man spricht dann schon

von Kunstgenuss in Perfektion.

 

Ganz gleich in welcher hehren Kunst

erlangt der Künstler seine Gunst:

Ein Jeder der sich so betätigt,

fühlt durch den Beifall sich bestätigt.

 

© Horst Fleitmann, 2018

 

 

Himmlischer Teufelskreis

 

Ein Mensch vermisst des Lebens Sinn,

Die Tage fließen so dahin.

Zwar redete er viel und häufig

Verkaufte, selbst was unverkäuflich,

Der Rubel rollte wie geschmiert,

Gar überall wurd' er hofiert.

Nur eines fehlt, Zeit für die Kinder.

Und für die Liebste auch nicht minder.

 

Sein Hobby hatte er vergessen,

War nur auf "Kohle" noch versessen.

Das Buch, es lag vom letzten Jahr,

Noch offen auf dem Nachttisch gar.

Der Urlaub? Wann war der denn noch?

Der Mensch fiel in ein tiefes Loch.

Und kam letztendlich dann zum sterben.

Hat nichts genützt das nur "Erwerben".

 

Man fuhr in schönem Leichenwagen

Den Teuren, ihn ins Grab zu tragen.

Doch dann, er glaubte es erst kaum,

Konnte der Mensch die Englein schau'n,

Die emsig dort im Himmel leben,

Um erste Weisung ihm zu geben.

Er habe wohl versäumt zu lieben

Und es mit Arbeit übertrieben.

 

Doch jetzt sei er im Himmelreich

Ob arm ob reich, das wär' hier gleich.

Der Engel-Plausch musste bald enden.

Der Petrus rief, winkt mit den Händen.

Er soll sich bitte schön beeilen,

Dürfte nicht untätig verweilen.

Man hat ihm Arbeit zugeteilt

Weil niemand müßig hier verweilt.

 

Die "Neuen" liefen hin und her.

Er sei ab jetzt ihr Manager,

Für alles was man hier so macht.

Ok sagt er, wär doch gelacht.

Jedwede Himmelsdringlichkeit

Erledigt er in kurzer Zeit.

Er wird noch lange sich dort quälen

bis die 'nen andren Deppen wählen..

 

Selbst hier droht ihm im kalten Schweiß,

Ein himmlisch krasser Teufelskreis.

 

© Horst Fleitmann, 2018

 

 

Privatpatient

 

Ein jeder Apotheker spricht:
an Heilmitteln, da fehlt es nicht.
Hat ihm der Arzt sie angegeben...
sollen sie helfen. Doch von wegen:

 

Einer verschreibt, der andre mixt,
manchmal jedoch nutzt alles nichts.
Hilft die Mixtur so gar nicht weiter,
zeigt der Patient sich nicht so heiter,

 

der seinem End' ins Auge blickt
und bald am letzten Glase nippt.
Wenn man ihn tot zum Grabe führt
sind die Behandler arg berührt.

 

Oftmals bedauerten die Ärzte
was auch die Apotheker schmerzte:
Wenn ein Patient stirbt, der sehr reich
und ziemlich dauerkrank zugleich.

 

Der nun Erlöste, dessen Leiden
vom Arzt behandelt (unbescheiden)
nebst Apotheker, der dabei
auch gut verdiente durch Arznei,

 

die er verkauft, privat verschrieben,
liegt tot im Sarg, weil hingeschieden.
Der Geldhahn ist nun leider zu,
man trägt ihn jetzt zur letzten Ruh.

 

Ein neuer Kranker meldet sich
mit Influenza (morgendlich).
Um den bemüh'n sich beide gleich:
Privatpatient, unsagbar reich.

 

© Horst Fleitmann 9/2017

 

 

Menü à la carte

 

 Ein Mensch im Restaurant "Am Zoo"

gedenkt das Hausgericht zu fordern,

studiert die Karte nicht, ist froh,

gegen den Hunger nun zu ordern.

 

Der Ober kommt, begrüßt den Gast

empfiehlt vier Gänge à la carte,

auch Wein der dazu herrlich passt,

vorweg Carpaccio schön zart.

 

Der Mensch, sagt ja, isst und genießt

vom ersten Gang bis zum Dessert

die Rechnung kommt, ein Tränchen schießt

er zahlt und isst hier wohl nicht mehr.

 

 

 

Das Knopfloch

 

In einem Schrank, gab's irgendwo

ein leeres Knopfloch, oder so.

Hat sich, weil's trauert, schwarz gehüllt.

Es fühlte sich nicht ausgefüllt.

 

Das Loch blieb nicht vom Spott verschont,

denn wenn kein Knopf im Knopfloch wohnt,

kann's groß, bunt oder gräulich sein

ganz knopflos, wird's ein Loch nur sein.

 

Doch eines Tags hat's "wumm" gemacht

Das Knopfloch freute sich und lacht.

Der schönste Knopf, recht bunt und fein 

trat in des Knopflochs Leben ein.

 

Die Freude hat nur kurz gedauert,

so dass das Knopfloch wieder trauert.

Ein Dialog war schnell erschöpft,

Der Knopf zeigte sich zugeknöpft.

 

Als dieser Knopf dann irgendwann

doch noch zu Öffnen sich begann

brachte das Zwiegespräch die Wende.

Für beide gab's ein Happy Ende.

 

©  Horst Fleitmann 12/2016

 

Morgens um fünf

 

Im Sommer, des Morgens um fünfe

geh'n Sie da mal einfach spazieren.

Die Welt ist um fünf noch in Ordnung

ganz herrlich ist dann das Flanieren.

 

Nur gehen Sie nicht mit den Hunden

vergessen sie Hunde und Leine.

Sie können was Tolles erleben

am besten, sie gehen alleine.

 

Dann gehen Sie leis' aus dem Hause

mit Sonne bei lauwarmem Wind.

und hören im Busch Sie ein Rauschen

da zeigt sich das Eichhorn mit Kind.

 

Vermeiden Sie laute Geräusche

und bleiben Sie doch einmal stehen,

so seh'n Sie, was niemand erwartet

dass Vögel spazieren auch geh'n.

 

Sie gehen auf Wiesen und Straßen

ganz unbeschwert und recht galant

die Kohlmeis', mit schwarz-gelb Gefieder,

ein Rotkehlchenpaar, Hand in Hand.

 

Der Uhu, sitzt müd' auf dem Aste

er hat wohl die Nacht durchgemacht.

Ein Zaunkönig flirtet verwegen

die Zaunkönigin merkt's und lacht.

 

Auch Spatzen sind heftig am Schimpfen

und mittendrin wird sich geliebt.

Man sieht wie der Meiser der Meisin

ein Würmchen ins Schnäbelchen schiebt.

 

Versucht hab ich mit zu parlieren

dann dieses Gedicht draus gemacht.

Das müssen Sie auch mal probieren

Im Sommer von fünf bis halb acht.

 

©  Horst Fleitmann 11/2016

 

 

 

Wissensnöte

 

Ein Mensch sucht, um den Geist zu stählen

und zu erweitern nebenbei,

ein schlaues Buch sich auszuwählen,

betritt daher die Bücherei.

 

Den Büchernarren fragt man dann

zu welchem Fach oder auch Richtung

man seinem Wunsch entsprechen kann.

Vielleicht ein Sachbuch? Prosa? Dichtung?

 

Ein Tierbuch etwa, reich bebildert?

Ein Reiseführer, nach Fernost

mit Zielen, intressant geschildert?

Rezeptbuch mit veganer Kost?

 

Ein Ärztebuch zum Hausgebrauch,

ein Werk mit Kunst aus alter Zeit,

aus jüng’rer Zeit gibts sowas auch.

Schnittmusterbuch für eng und weit?

 

Vielleicht ein Buch das religiös?

Koran, die Bibel, der Talmud?

Grimms-Märchen inklusiv Dornrös’

auch Comics sagt man, liefen gut.  

 

Beeindruckt von dem Angebot,

normal in unsren Bücherei’n,

verschiebt der Mensch die Wissensnot

und lässt die Bücher Bücher sein.

 

Macht’s sich bequem bei einem Wein

das Hirn wird erst einmal geschont.

Erweit’rung stellt er vorerst ein.

sein Geist ist sowas schon gewohnt.

 

©  Horst Fleitmann 09/2016

 

Ich mag Dich

Ich mag´s, wenn Du da  bist
die Welt dann so klar ist

mag Himmel mit Sternen
an Orten in Fernen
wo Mond und auch Sonne
uns sahen mit Wonne
in Tälern und Klüften
als wir uns gern Küssten

Ich mag Deine Augen
sie machen mich glauben
dass nichts auf der Erde
wohl anders mal werde
als so wie es ist
Ich mag wie Du bist

Ich mag bei uns Alten
besonders die Falten
denn jede der Deinen
zähl ich zu den Meinen
Ich mag´s wenn Du da bist
und immer mir nah bist.

ich mag Dich  -  ich mag Dich
ich mag Dich … unsaglich.

©  Horst Fleitmann 07/2016

 

 

Kopf im Sand

 

Ein Mensch, vom Unglück übermannt,

steckt seinen Kopf tief in den Sand.

Da kommt das Glück und die Erkenntnis,

dass doch nicht aller Tage End' ist,

doch wird's von Menschen nicht erkannt.

Sein Kopf steckt immer noch im Sand.

 

©  Horst Fleitmann 05/2016

 

Rotzfrech

 

Ein Mensch des Nase juckt, wie peinlich

möcht´ sie sich schnäuzen, schnell und reinlich,

doch fehlt grad jetzt dafür ein Tuch.

Er macht verzweifelt den Versuch

 

sich anderswo eins zu besorgen.

Beim Freund könnte man sich eines borgen,

doch dieser meint, ihm selbst würd´s fehlen.

Jetzt fängt der Schnäuzdrang an zu quälen.

 

Vielleicht im Gästeklo..... diskret

sich lösen von dem Schnupfsekret?

Mit Schrecken wird dann festgestellt

dass hier das Utensil grad' fehlt,

 

mit dem man sich normal befreit

von dieser feuchten Lästigkeit.

Man schaut verzweifelt auf die Hand

sieht dann den Waschtisch an der Wand

 

Drückt links den Nasenflügel zu

danach den rechten und schaut zu

wie dieser letzte feuchte Dreck

daneben geht..... genau ins Eck.

 

Nun rutscht und klebt es irgendwo

im wunderschönen Gästeklo.

Man hat gleich zweifach unverdrossen

des Freundes Gastfreundschaft „genossen".

 

©  Horst Fleitmann 02/2016

 

Ein Tropfen Zeit

Ein Mensch lebt schnell, laut, ungehemmt,

erfolgsverwöhnt und dekadent,

kennt keine Zeit die stetig rinnt,

so lang, bis sich der Mensch besinnt,

bald alles Geld der Welt vergisst,

das plötzlich nicht mehr wichtig ist.

Das Meer des Lebens ist versiegt,

ohn'  dass er jemals hätt' geliebt.

Nun wäre er dazu bereit,

doch fehlt ihm jetzt ein Tropfen Zeit.

 

©  Horst Fleitmann 02/2016

 

Zu zweit

Ein Jeder Mensch braucht einen zweiten

ums Dasein sinnvoll zu bestreiten.

Wo doch die Einsamkeit nur quält

wird oft der Lebenszweck verfehlt.

 

Der Zweck des Lebens ist die Liebe

nicht Reichtum, Schönheit, Macht und Triebe

Zu zweit lebt es sich mit Genuss

voll Liebe, glücklich… bis zum Schluss.

 

©  Horst Fleitmann 01/2016

 

Der Joker

Heut Nacht klopft jemand an der Tür.

Wer will denn jetzt noch was von mir,

denk ich - und mach die Tür nicht auf

denn ich steh' wirklich nicht darauf

noch wem zu öffnen der so spät

an meine Tür klopft und nicht geht.

 

Er stand dort etwa zehn Minuten.

Der Kerl wollte sich gar nicht sputen.

Im Gegenteil... rief er so laut

dass er den letzten Nerv mir klaut.

Da hörte ich ihn schrei'n voll Wut

er wär' der Tod und jetzt sei's gut.

 

Ich soll, sagt er, mich fertig machen.

Vergessen könnt ich alle Sachen.

Mach keinen Scheiß sagt er zu mir

Wir müssen los, es ist halb vier.

Um vier ist Abgabetermin, 

Um sechs hol ich nen Greis  aus Wien.

 

In drei Minuten bist Du tot

Säuselt der Sensenmann in Not.

Moment, sag ich, ich informier'

noch einen Freund... Ich telfonier'...

Kein Telefon, kein Brief, kein Schrei

In zwei Minuten ist's vorbei.

 

Gevatter Tod macht keinen Spass

Ich aber auch nicht, denk ich blass.

Dann hab ich's doch noch umgebogen

und einen Joker mir gezogen,

der mich geholt hat aus dem Traum.

Ich hätt' den Tod sonst auch verhaun.

 

©  Horst Fleitmann 01/2016

 

Krieg der Zwerge

 

Ein Mensch kauft einen Plastik-Gnom

auf den er lang gespart hat schon.

Mit Augenklappe im Gesicht,

Laterne tragend, hell sein Licht.

Die große Schaufel auf der Schulter,

zeigt der sich angriffslustig, munter.

Grün seine Jacke, rot die Hose.

Der Gartenzwerg in Angriffs-Pose,

steht in des Menschen Schrebergarten,

wartend auf Yussufs Zwerggranaten,

die von des Nachbarn Zwergen-Scheich 

wohl abgeschossen werden gleich,

direkt aus der Oasen-Mitte.

So ist's bei Sultans Zwergen Sitte.

Sie stehen knapp sich gegenüber:

der Hamas- und der Zwergen-„Führer“.

Weil beide jedoch steif und hart,

keiner den Präventivschlag wagt.

Der Zwergenaufstandsplan bleibt liegen,

im Schrebergarten siegt der Frieden.

 

© Horst Fleitmann 1/2016

 

 

Schräge Vögel

Ein Schmutzfink und ein Pleitegeier heckten böses aus,

die Pechvögel stibitzten Eier aus dem Streithahn Haus.

Der Schnapsdrossel fiel's sofort auf und auch dem Unglücksraben,

die Zeitungsente sprach, Tags drauf, dass es Dreckspatzen waren.

 

Spinatwachteln verleiteten die Vögel zu der Tat,

die jeweils Anwalt Spaßvogel gleich vor Gericht vertrat.

Der Richter selbst, bekannt als großer Schluckspecht vor dem Herrn,

verknackste dann die Wandervögel später allzu gern.

 

Acht Tage saßen sie hernach mit Nachteulen im Bau,

statt Zapfhahn nur ein Wasserhahn ... so geht´s beim Eier-Klau.

Ein schlauer Vogel tut das nicht, das Stehlen fremder Eier.

Zwei Bodsteinschwalben sagten sich... acht Tage? Hol's der Geier!

 

©  Horst Fleitmann 01/2016

 

 

Wir sind uns selbst ein Ozean

Wir sind uns selbst 

ein Ozean, ein unbekanntes Meer,

mit Tiefen, Klippen, Stränden auch

und Brandung rings umher.

 

Wir brausen auf, dann sind wir still,

sind Heimat uns - und fremd,

weil Winde, Stürme, Hurricane

mal Freund, mal Feind uns sind.

 

Der Ozean er formt und treibt,

in unbekannte Weiten.

Die Sterne leuchten Wege uns...,

die wir doch nie beschreiten.

 

Wir selbst sind uns ein Ozean,

ein bald sehr totes Meer.

Das Leben dort, Fisch, Krebs und Wal

sind dann, wie wir, nicht mehr.

 

©  Horst Fleitmann 01/2016

 

 

Gedanken zur Sonne

Du trauerst dort am Strande

weinst Tränen, mehr und mehr,

weil tief am Horizonte

die Sonne sinkt ins Meer.

 

Heut geht sie für Dich unter,

das ist des Lebens Lauf, 

schon morgen, Du wirst sehen,

geht sie Dir wieder auf.

 

Die Zeit ganz ohne Sonne

ist eine kurze Frist,

sie soll Dich nur erinnern

wie schön das Leben ist.

 

©  Horst Fleitmann 01/2016

 

 

Abstellgleis

Gezeugt, gebangt, geboren,

ernährt durch Mutters Brust,

früh in der Schul' erzogen,

erlebst Du ersten Frust.

 

Lernst Lesen, Rechnen, Schreiben,

treibst Sport oder auch nicht.

Die Scham- und Barthaar' treiben

im Schritt Dir und Gesicht.

 

Mit Lust  und auch Begehren

lebst Du ganz adäquat,

Dein Bauen und Zerstören...

...ein ewiger Spagat.

 

Das Glauben, Zweifeln, Lehren,

bringt Wissen, Freunde, Feind.

Verachten und Verehren

sind beid'  in Dir vereint.

 

Du lebst auch, hin und wieder,

wenn's hoch kommt, neunzig Jahr,

dann legst Du Dich danieder

und stirbst...  tief grau Dein Haar.

 

Das Leben ... stetes Werden,

vom Embryo zum Greis.

Angstvoll nur,  ist das Sterben

auf einem Abstellgleis.

 

©  Horst Fleitmann 01/2016

 

 

Resümee

 

Ein Mensch, sehr alt und grau, für den das Leben nichts mehr hat,

zieht Resümee für sich, nimmt (zum notier´n),  ein leeres Blatt.

Schreibt auf die Hoch´s und Tief´s, das Gute und das Böse dann.

Bemerkt sehr  bald, dass dieses leere Blatt nicht reichen kann.

 

Nicht weil die Tiefs oder das Böse  wär´n  zu viel der Zahl.

Auch bei den Hoch´s oder dem Guten ist sehr klein die Wahl.

Es ist die absolute Leere, die nicht aus ihm weicht.

Die zu beschreiben ist nicht möglich,  weil sein Blatt nicht reicht.

 

©  Horst Fleitmann 06/2015

 

 

 

Glaube - Liebe - Hoffnung

Wer tiefen Glauben in sich trägt,

der hat, was einen Menschen prägt:

Die Hoffnung, dass Ihm dieses Leben

von einer Gottheit wurd'  gegeben,

die Ihn als Mensch unsagbar liebt,

wie´s Liebe niemals größer gibt.

 

Wer so am Glauben fest sich hält,

ist nicht allein in dieser Welt.

Gleich, welchen Gott man auch verehrt,

ein Glaube war noch nie verkehrt.

Ändert im Leben sich auch viel,

wer glaubt, erreicht sein Lebensziel.


©  Horst Fleitmann 11/2015


Folgerichtig

Ein Mensch trennt unwichtig von wichtig.

Erkennt sehr schnell was folglich  richtig

und folgert daraus folgerichtig:

man nehme sich nicht allzu zu wichtig.

 

©  Horst Fleitmann 09/2015

 


Himmlischer Schmerz

Ein Mensch hat einen schlimmem Zahn

und ruft voll Not den Himmel an.

Oh Herr, fleht er, vertreib die Schmerzen.

Der Herrgott nimmt es sich zu Herzen

und hilft dem Menschen. Statt am Zahn,

sendet das Weh er nun zum Darm.

Oh Gott, ruft nun der Mensch erneut

der Zahnschmerz, was ihn ja erfreut,

ist weg, doch nun drückt starke Luft

so dass er wieder Gott anruft.


Er bittet, wenn´s denn möglich wär

den Schmerz zu senden hinterher,

nachdem er´s Dasein hätt` genossen.

Schon ist sein Lebenskreis geschlossen.

Der Mensch konnte noch jung an Jahren

Im Nu sein Ableben erfahren.

Denn Gott erfüllt wenn´s geht sofort

des Menschen Wille gleich vor Ort.

Der Schmerz des Menschen ist nun himmlisch

weh tut er trotzdem… und zwar ziemlich.


©  Horst Fleitmann 10/2015

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Dickköpfigkeit hat seinen Preis


Ein Mensch, Patient bei vielen  Ärzten,

stets dann, wenn Körperteile schmerzten,

bekam ständig Verhaltensregeln

von diesen Medizinerflegeln.

 

Er möge vor dem Schlafengehen

dem Gang zum Kühlschrank widerstehen.

Desgleichen nach dem Mittagessen,

ein Gläschen Wasser nicht vergessen.

 

Ein Arzt riet ihm, wär er Daheim

zu einer Schüssel Haferschleim,

damit der Blutdruck nicht so steige,

weil er zu schwachem Herzen neige.

 

Dem Sex an Werk- und Feiertagen,

sollte der Mensch, wenn's geht entsagen.

Auch kaltes Bier und roten Wein,

sagt andrer Arzt, lass besser sein.

 

Dies zu befolgen wäre Mord,

entschied der Mensch für sich sofort.

Beschloss dann für sein weit'res Leben,

es nicht mehr so genau zu nehmen.

 

Zum Arztbesuch, seit dieser Zeit,

war jener Mensch nicht mehr bereit.

Der Dickkopf hat's wohl übertrieben,

Er ist vor kurzem hingeschieden.


© Horst Fleitmann 10/2015


Arm dran

Ein blöder  Spruch in Deutschland ist:

Der Kluge säuft, der Dumme frisst.

Auch Säufer zählen zu  den  Dummen,

ganz gleich, aus welchem Stand sie kummen.

Vergleicht man diesen mit dem Fresser,

ist keiner von den beiden besser.

Als Lebens-Energieverbraucher

sind sie arm dran, ... grad so wie Raucher.

 

© Horst Fleitmann 09/2015


 

Bettgeflüster

Komm ich dereinst ins Himmelreich

und sind die Betten dort zu weich

dann will ich mich nicht grämen.

Gibt Gott mir´n hartes Himmelbett

und ist´s schön warm,  find ich´s  ganz nett

und werd´mich nicht beschweren

 

©  Horst Fleitmann 10/2015



Elektrisierend

Als eines Tages mal Herr Volt*

Dem ja die Menschheit Ehre zollt

Sich traf mit einem Herrn Ampere

Der mit Herrn Ohm im Clinch lag, schwer,

Da konnten alle drei nicht ahnen,

Dass mal nach vielen vielen Jahren

Sie, durch Erfindung des Herrn Bell,

Sich kontaktieren könnten schnell

Oder mit Morses Apparat

Der seinen Dienst sehr lange Tat

Sich eine Nachricht senden würden.

Sie war'n zu groß damals, die Hürden,

Die wir heut ' überwunden haben

Dank dieser Herrn und Gottes Gnaden.

Wie wird die Welt in Zukunft sein?

Mir fällt zu nur eines ein:

Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten

Bis wir wieder Atome spalten.

Ich denk es ist nicht mehr weit hin,

hoff' nur, dass ich dann nicht mehr bin.

 *eigentlich Volta

 ©  Horst Fleitmann 10/2015


 

Hoffen

Fast die Hälfte seines Lebens 

hofft der Mensch beinah vergebens.

Kinder auf den Weihnachtsmann

Oma drauf, dass Opa kann

Ma, dass Pa sie heut verschont

Pa dass Ma doch einmal kommt.

Schüler dass die Schule brennt

Dieb, dass man ihn nicht erkennt,

Autor dass sein Buch was wird

König dass man ihn hofiert.

Arbeitnehmer auf mehr Lohn

Musiker auf guten Ton

Radler auf recht gute Straßen

Säufer auf sehr volle Maßen.

Alle haben was zu hoffen

wenn Erfüllung auch bleibt offen.

Nur wer nichts zu hoffen hat

ist arm dran wohl, in der Tat.

Würd´ die Hoffnung gänzlich fehlen

wärs ein hoffnungsloses Leben.

 

©  Horst Fleitmann 10/2015




So war das mit dem Paradies

 

Gott, der sehr weise, gütig, mild

erschuf den Mann nach seinem Bild.

Als er ihn fertig hatte dann,

bemerkte er noch irgendwann:

dem Kerle könne etwas fehlen.

Schuf's Weib dazu, haucht ein zwei Seelen,

stellt beide dann einander vor,

direkt im Paradies am Tor.

 

Von oben sprach der Herrgott nieder:

ich gehe jetzt, komm später wieder.

Macht's euch bequem hier unterdessen.

Doch nicht vom Baum den Apfel essen!

Der hängt, ich sag es wie es ist,

nur da zum Test, für kurze Frist.

Gott ließ die Menschen nun (zum Schein)

um sie zu prüfen, ganz allein.

 

Damit sie wussten wer sie waren,

gaben sie selbst sich ihre Namen.

Ich bin der Adam, sagt der Mann.

und ich die Eva meint sie dann.

Das paradiesisch schöne Treiben,

sollte nur kurz den beiden bleiben.

Denn eines Tages fing er an:

der Tag, an dem die Schlange kam.

 

Sie lud die Zwei zum Speisen ein,

am Apfelbaum, sollte es sein.

Als Adam Evas Nachricht hörte

und sich zunächst einmal empörte,

weil Eva, dieser Schlangenbrut

wer weiß warum, vertrauen tut,

tat Adam trotzdem sich bequemen,

die Einladung noch anzunehmen.

 

Spät sagt die Schlange unterdessen,

Als Nachtisch dürft ihr ´n Apfel essen.

Der Boskoop hier ist weit und breit

die allerbeste Köstlichkeit.

Vergessend aller Gottgebote

ahnten sie nicht, was ihnen drohte.

Mit Apfelbiss war für die zwei

das Paradies auch schon vorbei.

 

So sind wir, ganz genau genommen,

auf uns'ren Erdenball gekommen.

Hier gehen, was nicht wirklich heiter,

die Prüfungen tagtäglich weiter.

Solang das anhält, überdies

bleibt menschenleer das Paradies.

Wohl niemand wird es ernsthaft wagen

sich tatsächlich nun zu beklagen.

 

©  Horst Fleitmann 02/2012


 

 

Ruhe sanft

 

Ein Mensch, noch Same, unbeeit,

als Spermium sich um-so-treibt

findet recht bald im Mutterleib

ein Ei, und sagt sich, toll, ich bleib!

 

Wird gut ernährt, wächst schnell heran

entwickelt sich zum kleinen Mann

hat den Geburtstag dann erwählt

durchquert Geburtskanal, gequält.

 

Die Neugeburt wird von den Gästen,

bestaunt in Süd-, Nord-, Osten, Westen.

Kommt in die Schule und macht schon

an einer Uni sein Diplom.

 

Heiratet schnell zeugt dann vier Töchter

obwohl er sagte: Jungen möchte er,

geht dann in Rente, wird besucht

im Altersheim, ganz gut betucht.

 

Denkt dort oft an den Tod, den herben,

hofft das er nicht gequält muss sterben,

bis dann die Schwester s´ Licht ausmacht

und er am Morgen tot aufwacht.

 

Das war in kurzen knappen Sätzen

ein Leben, wie es viele schätzen.

Nicht allzu lang, nicht zu verkrampft

Am Ende heißt es „Ruhe sanft“.

 

©  Horst Fleitmann 06/2013


 

Der Simulant

 

Ein Mensch, als Simulant verschrien,

saß beim Psychiater in Stettin.

Nach dem Gespräch - die Diagnose:

`Sehr ausgeprägt - seine Psychose!`

 

Er müsse, sagte der Gelehrte,

ins LKH, ganz nah bei Schwerte!

Der Mann ging auf die Reise dann

im Eilzug mit der deutschen Bahn.

 

Doch kam er nie ins Krankenhaus,

denn plötzlich war sein Leben aus.

Er simulierte wie sich zeigte,

ein Leiden das zum Tode neigte.


©  Horst Fleitmann 09/2006



Der Dichter Lohn

Ein Dichter reimt perfekt und gut,

auch aktuell zugleich.

Das Werk zeigt Intellekt und Mut,

nur macht es ihn nicht reich.

Wenn ein Verlag im Feuilleton

die Zeilen bringen würde,

befriedigt die Gazette zwar

des Lesers Wissbegierde,

vielleicht spricht man, weil es gefällt,

von einer klaren Dichtung.

Es bringt dem Dichter nur kein Geld,

dem Ego doch Gewichtung.


©  Horst Fleitmann 06/2009


 

Allzu menschlich

Ein Mensch, dem Unrecht widerfahr'n

das ihm vermeintlich angetan,

bemerkt, was ihm im Grunde peinlich,

er tät es auch so (höchstwahrscheinlich).

Denn Unrecht  tun und auch erfahren

gehört zum menschlichen Gebaren.


 

©  Horst Fleitmann 03/2012




Am Ende will ich gut aussehn

 Ich stell´ mir oft die „Daseinsfragen“,

beantworte sie mir meißt schnell.

Rate mir selbst, nicht so zu klagen,

denn um mich ´rum ist´s klar und hell.

 

Doch oft bedenk´ ich voller Sorgen´:

was wird aus mir nach dieser Welt?

Vielleicht erfrier ich, hoch im Norden,

was mir bestimmt nicht sehr gefällt.

 

Mag sein, ich komm´ als Baum zurück,

als Beere, Adler oder Hase

eventuell sieht man ein kleines Stück

von mir als Grashalm an der Straße.

 

Mir ist es gleich was noch passiert,

nur eins erhoff ich weiterhin:

dass man mich wirklich gut rasiert

zur Leichenschau, schön wie ich bin.

 

Ein Satz zu meiner Seele noch,

die nicht vergeht, weil ewiglich.

Ich denke, sie wird sicher noch

einmal gebraucht… vielleicht für Dich?

 

©  Horst Fleitmann 06/2011


 

 

Befremdlich

Wenn ich so durch die Landschaft geh',

mal einen alten Baum hier seh',

dort wieder Blumen die sehr schön,

und allerliebst sind anzuseh'n,

ein Vögelchen versteckt wo singt,

das fröhlich und so heiter klingt,

im Bach der Kiesel sich bewegt,

weil unter ihm sich Leben regt,

die Sonne scheint, ein Lüftchen weht,

dann weiß ich erst, wie gut 's mir geht.


Wenn ich so durch die Straßen geh',

hier Bosheit, dort Verachtung seh',

die, auch bebildert, nicht sehr schön

zu lesen sind und anzuseh'n,

ein Wort das, selbst wenn man es singt,

nach rechten Hetzparolen klingt,

in manchen Menschen unentwegt

sich purer Fremdenhass nur regt,

hier Brandstiftung, dort Mordlust weht,

dann weiß ich erst, wie schlecht's mir geht.


Gleich endet jeder Vers hier zwar

doch ebenso wird offenbar,

dass, wer mit hasserfülltem Wort

die Menschen jagt, gerade dort,

wo man ums nackte Leben bangt,

der hat die Ethik nie gekannt.

Wer morgens hilft, so auf Verdacht,

sich dann rasch aus dem Staube macht

und abends schreit: "wir woll'n Euch nicht"...

...diesen "Genossen" mag ICH nicht.

 

 ©  Horst Fleitmann 10/2015

 



 

Aphorismus - Gerüche

Menschen die man nicht gut riechen kann, können einem schon gewaltig stinken                                                                                ©  Horst Fleitmann 08/2015                                

 

 

 

Herzprobleme

All die üblen Herzkrankheiten

können sich dann nicht verbreiten

wenn Du, Mensch, nur herzlich bist.

Herzkrank wird, wer herzlos ist.

 

©  Horst Fleitmann 08/2015


 

Aphorismus - verspäten

Das "Zu spät Kommen" ist eine zeitlose Erscheinung.    

 

©  Horst Fleitmann 08/2015

 

 

Aphorismus - kompliziert

Manche Dinge sind derart kompliziert, dass man sie einfach erklären muß.

 

©  Horst Fleitmann 08/2015


 

 

 


Aphorismus - Gutmenschen

Gutmenschen die nichts tun, tuen den Menschen nicht gut.

 

©  Horst Fleitmann 08/2015

Aphorismus - Argumente

Wo die Argumente ausgehen, beginnen die Beschimpfungen

 

©  Horst Fleitmann 07/2015


 

 

 


Eselei

Wer jemand andren Esel nennt,

weil gänzlich fehlt ein Argument

das nötig wär zur Diskussion,

benutzt dies Wort als Aggression.

 

Wer sich naturunkenntlich zeigt

und das wohl auch auf ewig bleibt,

der hat wahrscheinlich nicht bedacht,

dass er Benanntem Ehre macht.

 

Weil dieser lang schon Esel liebt

da's kaum ein schlau'res Tier wohl gibt,

nimmt er's als nettes Kompliment

und freut sich darob ungehemmt.

 

©  Horst Fleitmann 06/2015


 

 

 

Allzu menschlich

Ein Mensch, dem Unrecht widerfahr'n

das ihm vermeintlich angetan,

 

bemerkt, was ihm im Grunde peinlich,

er tät es auch so (höchstwahrscheinlich).

 

Denn Unrecht tun oder erfahren

gehört zum menschlichen Gebaren.

 

 

©  Horst Fleitmann 04/2013



Armer Mensch

Ein Mensch lebt sehr einsam mit sich ganz allein,

 

möcht' einmal im Leben im Mittelpunkt sein.

 

Verwandtschaft und Freunde, sie meiden das Haus

 

betrügt sich auch selbst, urteilt gern im Voraus.

 

Der Mensch dem sein Vorurteil sicher gefällt,

 

bemerkt nicht, wie er selbst sich´s Bein dabei stellt.

 

Beschimpft alle Welt die nur Böses ihm will:

 

"kommt mir nicht zu nahe, haut ab und seid still."

 

Ein Mensch der sein Innerstes so reflektiert,

 

hat nicht alle Welt, sondern selbst sich düpiert.

 

Doch Selbstbetrug gilt vor Gericht nicht als Tat,

 

Nur: wer ihn begeht, wird durchs Leben bestraft.

 

 

©  Horst Fleitmann 04/2015


 

Rückgrat


Ich sags mal so

Es kann gut sein, nein,  es ist wahr.

Vielleicht war es schon immer da.

 

Oder, gut möglich kommt es noch.

Er wusste es schon letzte Woch.

 

Er glaubte es, hat's ja gehört.

Mein Gott was war das unerhört.

 

Da ist er gegen, jedenfalls.

Kriegt jetzt schon einen dicken Hals.

 

Das kann und darf ja wohl nicht sein.

Was fällt den Leuten nur so ein?

 

Ach ja, die Leut', wer war das noch?

Der Dings da, der  ihn nervt' die Woch.

 

Es kommt ihm in den Sinn schon bald

Erinn'rungslücken sind so alt.

 

Wenn er noch wüsste was es war.

Dem würd' er's zeigen, sonnenklar.

 

Oder vielleicht doch besser nicht?

Was gäb es, was dagegen spricht?

 

Ich sag´s mal so:  der hat es schwer,

Der sich verfolgt fühlt ... Immer mehr.

 

©  Horst Fleitmann 08/2015


 

 

 

 

 

Ein bisschen doof ...

Ein Mensch der über viele Wochen

sieht, was, wer, wo und wie verbrochen

 

dem andre Meinung unerhört

verdächtig vorkommt und auch stört,

 

ja schon ein Vers den jemand schreibt

in Zorn versetzt, zur Weißglut treibt,

 

dem auch ein Augenzwinkern trist

ein  glattes Rechtsvergehen  ist,

 

der hinter jedem Wort und Satz

Verrat vermutet,  Menschenhatz,

 

den wird und kann es ja nicht geben.

Wer könnte schon mit sowas Leben!?

 

Doch auch in abgeschwächter Form

wär solch Verhalten kaum die Norm.

 

Ein bisschen doof, ich gebe es zu,

sind viele wohl... Zum Glück nicht Du.

 

 

©  Horst Fleitmann 08/2015


 


Paradox

Bemerkenswert ist, dass Menschen die meinen viel reden zu müssen meistens absolut nichtssagend sind

 

©  Horst Fleitmann 05/2015



Burnout?

Der Arzt grüßt den Patienten herzlich

der morgens kommt,  weil's ihm so schmerzlich. 

Er untersucht  mit Akribie,

warum der Mensch,  weshalb und wie,

an seiner Arbeit stets zerbricht.

An schlichte Faulheit denkt er nicht.

 

©  Horst Fleitmann 08/2015


 

 

 

Humor

Poeten war´n, reimten sie heiter

vortreffliche Humorverbreiter.

 

Sofern sie gegenteilig schrieben,

ist´s beim gereimten Vers geblieben.

 

©  Horst Fleitmann 08/2015

 

 

 

 

 

Aphorismus - Anglizismen

Es macht treurig mit anzusehen,

wie der deutschen Sprache permanent

Sterbehilfe geleistet wird.

 

 

 

©  Horst Fleitmann 08/2015


 


Mensch und Unmensch

Ein Mensch sucht im Laternenschein

In tiefer Nacht zu gehen heim.

Als hinter sich er Schritte hört,

Wirkt der Mensch ängstlich und verstört.

Das wird nicht gleich ein Mörder sein,

Denkt er im fahlen Mondenschein.

Nun ist er schon auf gleicher Höh'

Mein Gott, gleich sticht er zu oh weh...

Er sieht den fremden Menschen an

Und überlegt ob er´s wohl kann

Ihn nun zu würgen einfach tot

Wenn der ihm jetzt mit Raube droht.

Kann ich ihn, falls er Taschendieb,

Ko schlagen, mit einem Hieb?

Vielleicht wird dieser Kerl gesucht

Und ist womöglich auf der Flucht?

Ein Frauenmörder....?  Widerlich!

Ein Bankräuber? Vielleicht auch nicht?

So ging es eine ganze Weile.

Der Mensch blieb ängstlich, aber heile.

Als dann der Unmensch, der ihm folgte

Ein "Guten Abend" sehr nett zollte,

Erschrak der Mensch, und denkt zugleich:

Dich schlage ich jetzt windelweich.

Der Unmensch mit den forschen Schritten

Fragt: "darf ich auf ein Gläschen bitten?"

"Freundliche Herren, so wie Sie,

Trifft man um diese Zeit sonst nie."

Der Mensch winkt ab mit kurzem Dank

Und Hinweis auf die Frau, die krank.

Der Unmensch ging in seine Wohnung,

Der Mensch dankt Gott für die Verschonung.

Er war dem Unmenschen entkommen 

Der ihm "fast" hätt' das Leben g'nommen.

Der Mensch mit dem Verfolgungswahn

Fährt seither mit der Straßenbahn. 

 

©  Horst Fleitmann 06/2015


Erinnerungslücken

 

Ein Herr versucht im Suff per Leine

Den Suizid. Doch find´ er keine,

Die stark genug dass er dran hänge.

Auch fehlt den Stricken es an Länge.

 

Torkelnd, hält an der Brück´ er an,

Von der er sich doch stürzen kann.

Will sich erinnern wie´s wohl geht.

Als er an Brückes Brüstung steht.

 

Ein Fotograf sah das von Fern

Und knipst ein Foto von dem Herrn.

Bereits im Morgenblatt um sieben

Las man, dass er wohl hingeschieden.

 

Man sucht und fand nur seinen Hut.

Dem Herrn geht’s heute noch recht gut.

Er hat, beim Überquer´ n von Brücken,

Nur ständig so Erinnerungslücken.

 

©  Horst Fleitmann 04/2015

 

 

 

Nichts geht mehr?

 

Jeder Mensch steht mal auf Erden

vor mach Hürde die im Leben

sehr bedächtig ist zu nehmen,

wie die Klippen in den Bergen.


Wende Dich ans Universum

denk an Albert Einsteins Dictum

„Unser Herrgott würfelt nicht“

Gott ist auf Dein Wohl erpicht.

 

Also kann man es wohl glauben:

jeder trägt etwas in sich,

das wohl niemand ihm,kann rauben:

ich nenn´es das  „Über-Ich“.

 

Dies ist Dir von Gott gegeben.

Glaube! Dann zeigt sich im Leben

Dass es Dir zur Seite steht,

Wenn Du denkst dass nichts mehr geht.

 

©  Horst Fleitmann 04/2015



Opportunistische Besserwisser


Jemand den rein gar nichts wundert

Der sich ehrfurchtsvoll verneigt

Vor der Fidel die wer geigt

Den gibt´s einmal auf achthundert.

 

Doch das heißt im Umkehrschluss

Dass es bei achtzig Millionen

Die in unsrem Lande wohnen

Hunderttausend geben muss.

 

Diese sind nicht alle Geiger.

Manche sind auch einfach Schreiber.

Reden mit erhob´nem Finger:

„Wusst ich´s doch es wird noch schlimmer“

 

Oder, wenn´s grad passt, noch kesser:

„Wusst´ ich´s doch, jetzt wird es besser“.

Manchmal reden sie fürs Klo:

„Wusst´ ich´s doch, jetzt bleibt es so“.

 

Opportunisten, hier und da,

Seh´n jede Lage sonnenklar.

Niemals sagt ein solcher Wicht,

Tut mir leid, das wusst´ ich nicht.

 

 

© Horst Fleitmann 4/2015


 


Armageddon

Vor etwas mehr als fünfzehn Jahren

Hat folgendes sich zugetragen:

Die Erde würd´ bald untergehen,

Sah man in den Gazetten stehen.

Man schrieb, das um Ostern lag.

Wie schön, dacht´ ich ein Feiertag.

Brauchte da nicht zur Arbeit geh´n,

konnt´von zu Haus aus alles seh´n.

Ich stand von früh bis spät im Garten,

Um Armageddon zu erwarten.

Der „Untergang“ jedoch blieb aus.

Enttäuscht ging ich zurück ins Haus.

Der Tag war futsch, die Erde nicht,

Kommt vielleicht später, dachte ich.

Beging den Abend dann wie immer.

Um Fern zu seh´n im warmen Zimmer.

Da stand im Tele -Text geschrieben:

„Armageddon“ war schon um sieben.

Den Film würd´ bald man wiederholen.

Seit damals bleibt mir der gestohlen!

 

©  Horst Fleitmann 04/2015


 

 

 

 

 

Saublöder Osterhase

 

Zu Ostern wünscht´ ich mir ein Ei mit schönem Klang und Ton

Heut lag es auf dem Ostertisch: von Apple ein iPhone.

Dazu hab ich ´ne App gekriegt sie war noch mit dabei

Die App das ist nun echt ´ne Wucht, die pellt mir jedes Ei.

 

In einem extra Koffer war´ n (und das fand ich grandios)

Noch weitere vierhundert Apps, Mensch war bei uns was los.

Ich hab jetzt eine App für mich, als Fan des BVB.

Wenn jetzt ein Spiel verloren geht, tut das gar nicht mehr weh.

 

Falls meine Frau mal böse wird weil ich zu lange dichte,

Dann gibt´s auch dafür eine App, die macht den Stunk zunichte.

Ganz toll die App wenn jemand furzt in Bahnen-Bussen-Taxis,

Dann wandelt den Gestank sie um in Coco-Chanell-Maxi.

 

Die Work-App die ist auch famos die schalt´ man an am Morgen

Was dann ganz schnell zu machen ist, wird sie sofort besorgen.

Die Urlaubszeit-Verlängrungs-App mit Gutschein für ein Bier,

Verlängert jeden Urlaub um drei Wochen oder vier.

 

Heut Morgen wollt ich sie probier´n und klick´ die Apps mal an

Da merk´ ich, an fast allen Apps ist noch ein Haken dran:

Die schönen Apps sind allesamt noch in der Beta-Phase

Was war das dieses Jahr denn nur für ein saublöder Hase…

 

©  Horst Fleitmann Ostern/2015

 

 

 

Gespräch zwischen Mutter und Kind

Du, Mutti, kannst Du mich einmal umarmen?
Hörst Du mir zu? Ich hab so viele Fragen.
Hast Du einmal ein Lächeln für mich?
Morgens,  am Abend oder bei Tisch?

Mein Kind, warum nur beklagst Du Dich so?
Hast Handy, TV,  Dein eigenes Klo.
Bist Marken bekleidet, schön und adrett
Auch unsere Nachbarn finden Dich nett.

Ach, Mutti, sag mir doch was Liebe ist,
Warum nur kommst und umarmst Du mich nicht?
Ich hab viele Fragen und so wenig Frist.
Du Mutti, sag mir, warum lächelst Du nicht?

Mein Kind, ich hab Stress, viel Arbeit und Sorgen
Frage nicht jetzt. Frag mich bitte erst morgen.
Du sollst Dich doch nicht bei mir so beschweren
Ich kann Dir das alles später erklären.
 
Du Mutti, die Anderen haben nicht viel
Doch eins haben sie, ihrer  Mutter Gefühl.
Warum, liebste Mutti küsst Du  mich nicht?
Ich weiß, ich will viel, denn ich will ja Dich.
  
Du, Mutti, was tust Du? Du weinst jetzt ja.
Ich bin doch bei Dir, bin nur für Dich da.
Ich glaube, ich weiß jetzt was Liebe will meinen:
Vor Freude für uns, Deine Kinder, zu weinen.
 
Bin ich einmal groß und hab Mädels und Knaben,
Dann werde ich Zeit, so wie Du für sie haben
Um auch meinen Kindern die Liebe zu geben
Der Dank wird dann sein, dass sie fröhlicher leben.
 
Du, Mutti, ich hab Dich so unendlich lieb
Und ich wünsche mir dass es ewig so blieb!

 

©  Horst Fleitmann 03/2006

überarbeitet 04/2015


 

 

 

 

Glaube ...  Hoffnung ...  Liebe ...

Wer keinen Glauben in sich trägt,
Dem fehlt, was einen Menschen prägt:
Die Hoffnung, dass Dir dieses Leben
Von einem Gott wurde gegeben,
Der Dich als Mensch unsagbar liebt,
Wie´s Liebe niemals größer gibt.
Wer so am Glauben fest sich hält,
Ist nie allein in dieser Welt.
Gleich, welchen Gott man auch verehrt,
Der Glaube war noch nie verkehrt
Ändert im Leben sich auch viel,
Wer glaubt, erreicht sein Lebensziel.

 

 

©  Horst Fleitmann 04/2015

 

 

 

 

 

 

Frauen und Männer näher betrachtet

... aus Sicht der Frau

 

Frauen, wahre Amazonen

denen Götter innewohnen

Frauen sind der Welten Motor

treiben an den Lebens-Rotor

Frauen sind die Schönheit pur

während, vor und nach 'ner Kur

Frauen wissen einzusetzen

das, wonach die Männer lechzen

Frauen, woll'n sie sich beschenken

wissen gut den Mann zu lenken

Fauen denken sich in alles

und sie wissen: ja, ich kann es

Frauen können Kinder kriegen

die sie bis zum Tode lieben

Frauen, Herrscher der Finanzen

sind, was gut ist hier, Emanzen

Frauen hörn im Fall des Falles

niemals auf das Wort des Mannes

 

 

Männer denken wie besessen

Nur am "Bunga", saufen, fressen

Männer könn' ununterbrochen

WM gucken ... viele Wochen

Männer, wenn man sie dann braucht

könn' grad nicht, weils ja so schlaucht

Männer, wenn sie Schmerzen haben

müssen's aller Welt dann sagen

Männer sitzen vor dem Laptop

stieren drauf wie Tünnes Blödschkopp

Männer pinkeln gern im Steh'n

woll'n nie mit zum Shoppen geh'n

Männer waschen ihre Wagen

wöchentlich ohne zu klagen

Männer schnarchen wie Berserker

weckt man sie wirds meist noch stärker

Männer kenn' kein Multitasking

scheitern schon selbst wenn's nur ein Ding.

 

 

Männer wissen es genau

nichts geht ohne ihre Frau

 

©  Horst Fleitmann 03/2015


 

 

... aus Sicht des Mannes

 

Männer sind der Schöpfung Krone

ob mit Glatze oder ohne

Männer, können über Wochen,

wenn sie müssen, selber kochen

Männer singen dabei Lieder

auch"verbot'ne" hin und wieder

Männer können immer lieben

auch mal morgens kurz nach sieben

Männer sind stets geistig rege

außer wenn sie kurz mal träge

Männer hört man, wären Schweine

sagen Weiber die ham' keine

Männer kaufen Frauen Ringe

und manch andre schöne Dinge

Männer haben auch mal Bauch

so ist's seit der Urzeit Brauch

Männer, was nicht so verkehrt,

wär'n als Frau ganz liebenswert.

 

 

Frauen, wollen Schuhe kaufen

nicht, um auch darin zu laufen

Frauen wissen alles besser

sprichst Du wider, läufst ins Messer

Frauen lieben Schnulzen prompt

immer wenn die Sportschau kommt

Frauen haben es gern reinlich

ist es staubig wird es peinlich

Frauen lieben für- und an sich

intensiv gern und romantisch

Frauen lesen harte Krimis

meist in Betten und mit Mimi's

Frauen haben, (nicht zum Anseh'n)

Schränke voll mit nichts zum Anzieh'n

Frauen, wenn sie einmal hassen

können das partout nicht lassen

Frauen, die sind ungelogen

nicht zum Autofahr'n geboren

 

 

Frauen, wär'n sie "Alleskönner",

hießen dann wahrscheinlich: Männer.

 

©  Horst Fleitmann 03/2015