Bei Oberkötters - Schweigsames Frühstück


Paul: Moin
Lisbeth: Moin
Paul: Kaffee?
Lisbeth: Was Kaffee?
Paul: Ja wo ist mein Kaffee?
Lisbeth: Wo er immer ist
Paul: Und wo ist immer?
Lisbeth: Vor Dir…  nimm die Zeitung runter und du siehst ihn oder soll ich ihn Dir anreichen?
Paul: Warum so vornehm heute?
Lisbeth: Was vornehm?
Paul: Na anreichen….  Woher kennst Du das Wort denn…
Lisbeth: Wenn Du mich weiter so dumm anredest spreche ich nicht mehr mit Dir.
Paul: Gut.
Lisbeth: Was Gut?
Paul: Na dann sprichst Du eben nicht mehr mit mir. Ist doch in Ordnung…  mal was Erfreuliches.
Lisbeth: Du kannst mich mal.
Paul: Was?
Lisbeth: Wie was?
Paul: Ja was kann ich Dich mal?
Lisbeth: Das sagt man so wenn man einen mal kann.
Paul: Ja aber was kann man einen mal?
Lisbeth: Kannst mich mal gern haben.
Paul: Die Zeiten sind vorbei.
Lisbeth: Nee, die fangen jetzt an.
Paul: Ich Dich gern haben?....  Warum?...  Was ist so Besonderes an Dir?
Lisbeth: Das meinte ich doch anders herum.
Paul: Na dann sag es auch anders herum….  Also was nun?
Lisbeth: Ich meinte Du kannst mir mal den Buckel runterrutschen.
Paul: Jetzt sinnbildlich gesprochen oder real?
Lisbeth: He?
Paul: Ach lass es…  Du meinst ich soll den Mund halten und Du tust das auch…  richtig?
Lisbeth: Ja  so meinte ich es.
Paul: Na dann machen wir es doch.
Lisbeth: Dann frag mich auch nicht nach dem Kaffee.
Paul: Mach ich ja nicht mehr.
Lisbeth: Hast Du aber.
Paul: Meine Güte ja….  Wollen wir jetzt endlich damit anfangen?
Lisbeth: Womit anfangen?
Paul: Nichts mehr zu sagen…  Du wolltest  nichts mehr sagen und ich auch nicht. Da waren wir uns doch gerade einig.
Lisbeth: Du warst Dir einig…  ich hatte nur gesagt Du kannst mich mal  gern haben und das wolltest Du nicht.
Paul: Heiliges Bohnenstroh….  Ich sag jetzt nichts mehr.
Lisbeth: Dann lass es auch.
Paul: Mach ich ja.
Lisbeth: Nein, machst Du nicht Du musst immer  das letzte Wort haben.
Paul: Und was ist daran verkehrt?
Lisbeth: Wenn Du nichts mehr sagen willst dann solltest Du es auch lassen   also lass es jetzt. Dann sag ich auch nichts mehr.
Paul: Gut, dann sag ich jetzt nichts mehr.
Lisbeth: Da… SCHON WIEDER     
Paul: Was ist jetzt wieder?
Lisbeth: Du redest ununterbrochen davon dass Du aufhören willst zu reden.
Paul: Du lässt mich ja nicht.
Lisbeth: Ich würde Dich ja lassen aber es hat ja keinen Zwecke  Du  redest und redest…  und hörst einfach nicht auf zu reden  ich finde das schrecklich also hörst Du nun endlich auf?
Paul: …………..
Lisbeth: Ich habe Dich was gefragt…..
Paul: ……………….
Lisbeth: Warum antwortest Du nicht?
Paul: ……………….
Lisbeth: Jetzt  spielst Du wohl noch den Beleidigten was?
Paul: ………………..
Gut….  Dann mach doch was Du willst….  Du tust ja sowieso immer was Du willst
Paul: Nein, tue ich nicht.
Lisbeth: Was?
Paul: Ich tue eben nicht was ich will.
Lisbeth: Doch…  Du redest schon wieder…  gerade wolltest Du nichts sagen dann wieder  doch….  Wenn Du Dich vielleicht einmal entscheiden könntest.
Paul: ICH REDE NICHT.   ICH REDE NICHT JETZT UND ICH REDE NICHT GLEICH.   ICH SCHREIE UND WENN ICH SCHREIE DANN KANN MAN NICHT REDEN.
Lisbeth: Mach doch was Du willst.
Paul: Darf ich?
Lisbeth: Machst Du doch sowieso, warum sag ich überhaupt noch was?
Paul: wahrscheinlich, weil Du Deine Klappe nicht halten kannst……   wo hast Du meinen Kaffee hingestellt?