Zu spät

Sie hatten doch beide  seit so vielen  Jahren
mit Höhen und Tiefen zusammen gelebt.
Dann mussten sie  irgendwann schmerzlich erfahren,
die Liebe, sie war einfach wie fortgeweht.
 
Sie waren  erschrocken,  ein Jeder für sich.
Sie fragten sich wohl,  wie es kam und seit wann.
Sie blickten  zum Fenster, zum Wein auf dem Tisch
dann fing, still und traurig,  zu weinen sie an.
 
Man hörte  ein Kind vor dem Haus, wie es lacht.
Er  sagt,  vielleicht trinken wir noch einen Tee.
Es ist doch schon spät gleich viertel  vor acht.
Doch sie hört nichts mehr,  es tat ihr so weh.
 
Um Mitternacht saßen sie immer noch dort
Und nippten an ihren Tassen.
Sie saßen und sprachen kein einziges Wort
und konnten es beide nicht fassen.