Mensch und Unmensch

 

Ein Mensch, ganz neu in einer Stadt
wo er ein nettes Häuslein hat,
der wollte im Laternenschein
nach Feierabend gehen heim.

Da hört er Schritte hinter sich,
zunächst mal "ruhig", sagt er sich.
Das wird nicht gleich ein Mörder sein,
der mir hier folgt im Mondenschein.

Auf gleicher Höh, ist nun der Mann
der scheinbar sehr schnell laufen kann.
Hallo, sagte der Mensch sofort
sind sie auch neu hier, an dem Ort?

Er sieht den fremden Menschen an
und überlegt ob er´s wohl kann
ihn nun zu schlagen einfach tot
falls der ihm jetzt mit Raube droht.

Was, wenn der Mann auch nur ein Dieb?
Ich streck ihn hin mit einem Hieb.
Vielleicht wird dieser Kerl gesucht
und ist 
womöglich auf der Flucht?

Ein Frauenmörder....?  Widerlich!
Ein Bankräuber? Vielleicht auch nicht?
Kann sein das er bei einem Wagen
die Scheibe gerade eingeschlagen....

So ging es eine ganze Weile.
Der Mensch blieb ängstlich, aber heile.
Bis dann der Unmensch, der ihm folgte
Ein "Guten Abend" ihm dann zollte.

"Ich wohne hier, sagte der Fremde"...
...hat er ein Messer unterm Hemde?
"Schön, dass sie mich begleitet haben.
Darf ich sie kurz noch etwas fragen?"

Der Mensch, der sich bereits schon sah
im Sarg, ermordet, das war klar,
war recht verblüfft und froh zugleich
obwohl ihm war´n die Knie weich.

"Sie sind so lang mit mir geschritten,
darf ich Sie auf ein Gläschen bitten?"
"Freundliche Herren, so wie Sie,
trifft man um diese Zeit sonst nie."

Der "Unmensch" bat ihn in sein Haus,...
das war dem Menschen gar ein Graus.
Er winkt kurz ab und sagte Dank,
denn seine Frau, zu Haus, wär krank.

Schlich sich dann fort, ganz schnell und heimlich
wahrscheinlich war die Sach´ ihm peinlich.
Der Mensch mit dem Verfolgungswahn,
fuhr fortan nur noch Straßenbahn.


©  Horst Fleitmann 12/2008