Nur geträumt?

Ein Mensch träumt sonntagmorgens gern
im Bett und sieht  im Geiste fern.
Er fühlt, beim Film der jetzt gezeigt,
sich glatt zum Voyeur geneigt,
 
denn  vieles was im Film man sieht,
ja auch im  Leben oft geschieht.
Manchmal ist´s gut,  manchmal auch schlecht.
Ein Lebensfilm, durchschnittlich,  echt.
 
Doch dann erkennt er Parallelen
zu einem sehr bekannten Leben,
sieht  Umstände, die  manches Mal
dem Hauptakteur wurden zur Qual.
 
Von außen hegt er bei  Betrachtung
für den Akteur  tiefe Verachtung.
Denn solch ein Leben,  sagt er sich
ist für Mitmenschen fürchterlich.
 
Der Film ist aus.  Im Abspann steht
wie dieses Leben weitergeht.
Der Voyeur hat gut geträumt
jedoch das End´  des Films versäumt.
 
Dreht gut gelaunt sich nochmal um
und denkt, was war der Heini dumm.
Wird aus dem Bett sich dann erheben
und diesen Abspann selbst erleben.

 

 

© Horst Fleitmann 2013