(Un-)Wahrheiten

 

Ein Mensch von edler Eleganz,
berühmt und voll der Ehre Glanz,
großzügig auch, ganz ohne Geiz,
verlor nicht grundlos seinen Reiz.

Ganz langsam macht sich bei ihm breit
verlorner Glanz und Herrlichkeit.
Ja, auch die ihm verlieh´nen Orden
war´n Freunden ziemlich gleich geworden.

Er sagte Falsch an falschem Orte
zu schwer wiegen unwahre Worte.
Was er entließ aus seinem Munde
war einfach nur verlog´ne Kunde.

Man gab ihm in den ersten Jahren
Gelegenheit, zum Offenbaren,
um seine Unwahrheit zu richten.
Das wollte er jedoch mitnichten.

Nun wurd er einsam und vergessen.
Kein Mensch mehr war auf ihn versessen.
Man schwieg ihn tot und das mit Macht,
bis man zu Grabe ihn gebracht.

Am Flohmarkt steht im Eichenrahmen
sein Bild, doch niemand kennt den Namen.
Hätt seinen Fehler er gesühnt,
wär er, vielleicht,  heut´ sehr berühmt.