Der traurige Mann und die Fee


Neulich geht ein etwa 50 jähriger Mann traurigen Blickes in Gelsenkirchen Schake spazieren. Die alten Zechenhäuser hatten etwas anheimelndes und doch, beobachtete man diesen alten vergrämt schauenden Menschen eine Weile, könnte man fast zu der Annahme gelangen, er würde sich den besten Platz für einen Freitod suchen, denn sein Gesicht sah von nahem betrachtet alles andere als fröhlich aus, ja direkt erschreckend. Er bat eine ihm entgegenkommende Frau  um Feuer für seine Zigarette.

Sie sah ihn an und erschrak wegen dieses verzweifelten Blickes in den Augen des Mannes. Sie wollte doch wissen, ob sie ihm nicht irgendwie helfen könne. Auf eine entsprechende Frage antwortete der Herr: ich bin einfach nur traurig, weil ich sowohl Flugangst habe als auch Seekrank bin. Ich würde so gerne auswandern aber ich weiß nicht, wie ich von hier wegkommen soll. Mein Lebenstraum wäre es, nach Amerika auszuwandern.

Nun, da konnte ihm die nette Dame nicht helfen….  Sie reichte ihm ihr Feuerzeug, schenkte es ihm sogar und entfernte sich schnellen Schrittes nett grüßend mit den besten Wünschen für sein Vorhaben.

Es war kalt und dunkel so dass ihm beim Anzünden der Zigarette das Feuerzeug aus der Hand fiel und er sich suchend auf dem nassen Boden umschaute. Da lag es…  direkt neben einer kleinen Öllampe, mit einem Verschluss am oberen Ende. Er schaute sich um ob er von irgendjemandem beobachtet wurde und nahm die Öllampe an sich. Vielleicht war sie wertvoll, vielleicht auch nicht…  wer weiß….  Neugierig geworden wie sie denn nun aussah, stellte er sich in einen beleuchteten Hauseingang um dies Lampe näher zu betrachten. Sie war verschlossen mit einem Korken, der wohl seit ewigen Zeiten nicht geöffnet worden war.

Er drehte einmal an dem Korken und erschrak regelrecht ob der Leichtigkeit wie sich dieser alte Verschluss öffnen ließ. In noch größeren Schrecken aber versetzte ihn das, was nun geschah:  aus der Lampe quoll ein süßlicher weißer Rauch, der gar nicht aufhören wollte aus dieser engen Öffnung der Öllampe zu entweichen um sich schließlich zu versdichten und sich wie von Geisterhand in eine wahnsinnig schöne Frau verwandelte.

Wer bist Du? Fragte der traurige Gelsenkirchener. Ich bin eine Fee, antwortete der offensichtliche Geist aus der Lampe. Ich war 900 Jahre in dieser Lampe gefangen und Du hast mich befreit. Darum hast Du jetzt einen Wunsch frei, meinte sie voller Freude über die wiedergewonnene Freiheit. Aber sage mir erst wo ich hier bin.  Du bist in Gelsenkirchen Schalke, meinte der Herr.  Darf ich mir wirklich etwas wünschen? Ja nur zu, meinte die Fee. Nenne mir Deinen Wunsch.

Ich möchte auswandern, werde aber Seekrank, sobald ich ein Schiff nur sehe und habe eine ungeheure Angst vor dem Fliegen. Kannst Du mir bitte eine Brücke bauen von Europa nach Amerika, damit ich mit meinem Auto dorthin fahren kann um das Ende meiner Tage im wilden Westen der USA verbringen zu können?  Oh, sagte die Fee….  Das geht leider nicht.  Weißt Du was da alles bedacht werden muss?  Welche Kosten das mit sich bringt und was ich dann anschließend im Himmel für ein Theater bekomme, weil ich so etwas schier unmögliches doch fertig gebracht habe?...  Nein, das geht nicht  diesen Wunsch kann ich Dir nicht erfüllen.  Dann, liebe Fee, kann ich mir einen anderen Wunsch ausdenken?  Ja lieber Mann, nenne ihn mir  sagte die Fee.

Dann wünsche ich mir dass Schalke einmal Deutscher Meister wird.

Die Fee überlegte kurz um dann zu antworten:
Wie hättest Du die Brücke gerne?  4 oder 6 spurig?  Soll sie voll beleuchtet sein und alle 600 km ein kleines Motel zum Speisen und Übernachten haben?...........