Kunst und Kritik

Vor einigen Wochen wurde ich gefragt, wer denn meine Werke lesen würde….  Sie wären ja ganz nett aber wer liest das heute noch? Dann fragte mich dieser Menschen, ob ich Erfolg haben möchte mit meinen Gedichten, mit meinen Kurzgeschichten, mit meinen Dialogen…  Jetzt…. Also nicht in zwei Monaten, in zwei oder in zehn  Jahren, jetzt…. 

Möchten Sie nicht JETZT Erfolg  haben wollen und diesen Erfolg auch jetzt  genießen können?  Der Mensch fragte mich noch einmal.

Ich habe kurz darüber  nachgedacht.  Würde ich davon leben müssen, sagte ich ihm…  ich wäre bereits verhungert…..  Nein, Erfolg in der Kunst definiere ich anders

Erfolg ist nach meiner Auffassung, wenn man jemandem durch seine Arbeite (die es im Grunde ja gar nicht ist) eine Freude bereitet und sich diese Freude in irgendeiner Form auszahlt….  Sei es durch interessiertes  Zuhören, erwartungsvolle Gesichter beim Vortragen dieser Werke, Beifall nach Beendigung des Vortrags, interessiertes Fragen nach dem Warum, wieso, der Technik des Dichtens und Schreibens.  

Erfolg kann sich in seltenen Fällen auch monetär zeigen, die Werke werden verlegt, gekauft,  man bekommt hier und da etwas Geld für das Geschaffene...

Diese letzte Art des Erfolges, also den monetären, sprich finanziellen Ertrag,….  Wer als Dichter oder Künstler allgemein diesen Gewinn anstrebt, wird es nie zu einer inneren Erfüllung bringen, sollte sich der Geldsegen dann (wie erwartet) nicht einstellen. Es sind die Wenigsten, die eine so herausragende Lobby haben, die es ihnen ermöglicht, ihre Werke gerade „in“ erscheinen zu lassen.

Wenn ich an die „Fettecke“ von Beuys  denke, die eine pflichtbewusste Museums - Putzfrau ordnungsgemäß entfernte, weil sie diese als Schmutz definierte, was sie für jeden Sterblichen der Beuys nicht kannte  auch  war, dann weiß ich,   Kunst ist relativ. Und auch wie die Schönheit einer Frau,  liegt die Schönheit der Kunst, gleich welcher Richtung,  immer im Auge des Betrachters. Auch die Werke von Schriftstellern, Dichtern und Drehbuchautoren bilden da keine Ausnahme.  Lassen Sie einem Sketcheschreiber seinen Sketch mit den besten Schauspielern aufführen und den gleichen Sketch mit unbekannten Schauspielern.   Die Betrachtungsweise und die Beurteilung der Aufführung  ist, wegen der unterschiedlichen Erwartungshaltung,  jeweils  eine Andere .  Also ist  Erfolg relativ.

Erfolg ist, auf den kleinesten Nenner gebracht, die eigene,  innere Befriedigung über das,  was man selbst erschaffen… (welch großes Wort)…  was man selbst erarbeitet hat  und das Ergebnis einem selbst unbändige Freude und  Spaß bereitet. 

Es ist unerheblich, ob dann auch andere Menschen diesen Erfolg als einen solchen definieren.    Schön…  stimmt….  Es freut einen schön, wenn Kritiker (Leser, Zuhörer, Zuschauer)  die eigenen Werke als lesens- sehens- oder hörenswert erachten. 

Deshalb aber gleich aufzuhören, wenn dieser Beifall der Leser nicht sofort einsetzt….  Nein, das macht ein wahrer Künstler nicht, denn er schafft das was er mit seiner Kunst hervorbringt in erster Linie für sich selbst.

Schlimm wird es nur, wenn man zu viel Lob und zu gute Kritiken von selbsternannten Kritikern erfährt oder Lob aus einer unerwarteten Ecke hört…  Da ist immer Vorsicht geboten.  Dann wird an dem nächsten Werk ein anderer Maßstab angelegt und wenn dann die Kritik anders ausfällt,  ist die Gefahr enttäuscht  von seinem eigenen Geschaffenen zu sein ungleich höher…

Ich halte es da etwas unkonventioneller….  Meine Lebensgefährtin sagt mir wenn sie etwas Scheiße findet und belohnt mich mit bewundernden Blicken, wenn etwas von mir erdachtes an ihr Ohr gelangt, in das sie sich verlieben könnte.

Zugegebenermaßen ….  Manchmal auch aus Selbstnutz…..  „Komm Schatz….  Ganz toll…..  herrlich….  Das lese ich heute Abend nochmal…  das war so schön…….Können wir jetzt?...  Du weißt doch, ich möchte noch in die Stadt…  weißt du, die Schuhe die ich letzte Woche gesehen habe…..  die waren so herrlich…  wie Dein Gedicht……

Darum: 

 

Kritik ist wie das wahre Leben:
mal liegt sie richtig, mal daneben