Die Buche


Im Park, schon in der Kinderzeit,
da steht mein Freund, ein alter Baum.
Ich habs zu ihm gar nicht so weit
geh oftmals hin, ihn anzuschaun.

Ich steh´ bei jedem der Besuche
vor ihm, der stark und riesenhaft.
Ich sprech mit meinem Freund, der Buche,
die stets mir gab für´s Leben Kraft.

Als Kind bin ich an manchen Tagen
von Oma aus nach Haus´ gelaufen.
Sie winkt mir zu, ich hört sie sagen
ich soll mich nicht mit andren raufen.

An diese Buche, grad wie heute,
dachte ich viel im Klassenzimmer.
Dem Lehrer war ich fette Beute
erwischt, beim träumen, wurd´ ich immer.

Hab dort gedacht an meinen Baum
und häufig gab´s nen Klaps dafür.
der Lehrer Strafe, nützte kaum
oft musst ich vor die Klassentür.

Und damals, als die Schul´ vergessen
haben wir in den sechz´ger Jahren
oft an der Buchenbank gesessen
um Stones und Beatles zu erfahren.

Die Buche hat das überstanden,
sie war die einz´ge weit und breit
die uns wohl gern und gut verstanden
sie hatte für uns immer Zeit.

Als ich dann meinen eignen Kindern
den besten Freund, den Baum, gezeigt,
der stets bei mir auch konnte lindern
den Schmerz, den Kummer, Liebesleid,

da haben sie, so jung sie waren
die Buche auch geliebt sofort.
Sie freuten sich nach vielen Jahren
wenn sie mich angetroffen dort.

Ich werde wohl, auch meine Enkel,
wenn ich das noch erleben kann
mal sitzen haben auf dem Schenkel,
vom Baum erzählen, dann und wann.

Ich hab ein Schild dort angebracht
möcht darum bitten und´s so sagen,
dass man dem Freund nur Freude macht
damit will ich die Nachwelt mahnen:

Drauf steht:

Als Du noch nicht geboren warst, wurd ich gepflanzt von Deinen Ahnen
wenn Du, mein Freund, mich leben lässt, dann steh ich noch in tausend Jahren.