Morgens um fünf

Im Sommer, des Morgens um fünfe

geh'n Sie da mal einfach spazieren.

Die Welt ist um fünf noch in Ordnung

ganz herrlich ist dann das Flanieren.

 

Nur gehen Sie nicht mit den Hunden

vergessen sie Hunde und Leine.

Sie können was Tolles erleben

am besten, sie gehen alleine.

 

Dann gehen Sie leis' aus dem Hause

mit Sonne bei lauwarmem Wind.

und hören im Busch Sie ein Rauschen

da zeigt sich das Eichhorn mit Kind.

 

Vermeiden Sie laute Geräusche

und bleiben Sie doch einmal stehen,

so seh'n Sie, was niemand erwartet

dass Vögel spazieren auch geh'n.

 

Sie gehen auf Wiesen und Straßen

ganz unbeschwert und recht galant

die Kohlmeis', mit schwarz-gelb Gefieder,

ein Rotkehlchenpaar, Hand in Hand.

 

Der Uhu, sitzt müd' auf dem Aste

er hat wohl die Nacht durchgemacht.

Ein Zaunkönig flirtet verwegen

die Zaunkönigin merkt's und lacht.

 

Auch Spatzen sind heftig am Schimpfen

und mittendrin wird sich geliebt.

Man sieht wie der Meiser der Meisin

ein Würmchen ins Schnäbelchen schiebt.

 

Versucht hab ich mit zu parlieren

dann dieses Gedicht draus gemacht.

Das müssen Sie auch mal probieren

Im Sommer von fünf bis halb acht.

 

©  Horst Fleitmann 11/2016