Im Rampenlicht

Ein hübsches Weib aus Schwabenland,
woanders noch recht unbekannt,
mit wahrlich edelstem Gesicht,
wollte partout ins Rampenlicht.

Zunächst fand Sie die Lampe
die leider ohne Rampe.
Als beides sie dann hat, (recht spät)
merkt sie, daß dort fast niemand steht.

Man nahm von ihr keine Notiz,
sie war der reinste Rampenwitz.
Die reichlich Unbekannte
Stand lang so an der Rampe.

Sehr sinnvoll ist ein Rampenlicht
wenn es hell brennt, sonst leider nicht.
Wo weder Licht, noch Lampe ist,
nützt überdies die Rampe nichts.

Da Weiber voll Ideen sind
kam die Problemlösung geschwind:
Sie selbst macht das Licht an und aus
und fuhr danach beglückt nach Haus.

Für sie hatte der Tag Gewicht:
stand sie doch mal im Rampenlicht.
In ihrem ganzen Leben
kann ihr dies niemand nehmen.

Sie fuhr zurück ins Schwabenland
wo einen Bauern sie schnell fand.
Der machte aus der Rampensau
die arbeitsamste Bauernfrau.

 

Sie stand nie mehr im Rampenlicht
doch kümmert´s sie beileibe nicht.
Der Bauer macht ihr alles Recht...
was der nicht schafft, besorgt der Knecht.