Lebens(ab)lauf oder "Ruhe sanft"

Ein Mensch, noch Same, unbeeit,

als Spermium sich um-so-treibt

findet recht bald im Mutterleib

ein Ei, und sagt sich, toll, ich bleib!

 

Wird gut ernährt, wächst schnell heran

entwickelt sich zum kleinen Mann

hat den Geburtstag sich erwählt

zwängt sich durch den Kanal, gequält.

 

Die Neugeburt wird von den Gästen,

bestaunt in Süd-, Nord-, Osten, Westen.

Kommt in die Schule und macht schon

an einer Uni sein Diplom.

 

Heiratet schnell zeugt dann vier Töchter

obwohl er sagte: Jungens möchte er,

geht dann in Rente, wird besucht

im Altersheim, ganz gut betucht.

 

Denkt dort oft an den Tod, den herben,

hofft das er nicht gequält muss sterben,

bis dann die Schwester s´ Licht ausmacht

und er am Morgen tot aufwacht.

 

Das war in kurzen knappen Sätzen

ein Leben, wie es viele schätzen.

Nicht allzu lang, nicht zu verkrampft

Am Ende heißt es „Ruhe sanft“.


©  Horst Fleitmann 06/2013