Schwarzfahrer

Ein Mann sieht in der Straßenbahn
der Reihe nach die Leute an.

Das gibt es junge, mittelalte,
viel Greise, manchmal ganz eiskalte.

Auch ein paar Jungs die sind dort lachend,
mit zwei-drei Mädels Späße machend.

Ein Fahrgest regt sich merklich auf.
Der Herr, mit furchtbar dickem Bauch,

der dummerweise grade  heute
nicht sitzen kann, .... (die vielen Leute)!

Rund um, so könnte man es ahnen,
ein Bild, wie´s  üblich in den Bahnen.

Doch an der Haltestelle Dom.
Da wechseln die Gesichter schon.

Hier steigen zu,   eins – zwei - drei - vier
die Kontrolleure....gerade hier!

Ein Jeder weiß, was das bedeutet,
kein Fahrschein.... schon bist du gebeutelt.

Das Lachen ... hier und da wird´s dünner.
Auch die eiskalten gucken dümmer.

Der Dicke, mir dem Bauch, dem großen, 
will sich nach vorn zur Türe zu stoßen

Die Jungs, sie lassen von den Mädels,
suchen das Weite... aber schnellstens.

Die Haltestelle ist jetzt da…
…die Kontrolleure sind so nah!

Kurfürstenplatz..., ausstieg zur Rechten.
Die Leute rennen, laufen hechten....

zur Tür. Die öffnet sich nun schneller
Und die Gesichter werden heller

Die Bahn wird leer, im Nu, wie nichts.
Der Dicke sitzt nun da und schwitzt,

Ein Eisigkalter der denkt noch,
ich habe  ja mein Ticket doch.

Es komm´  jetzt viel neue Leute,
für Kontrolleure fette Beute.

Geblieb´ne in die Runde schauten,
und ihren Augen nicht mehr trauten:

Nichts war´s mit kontrollieren hier.
Fahrgäste sind es, alle vier!

Der anfangs in die Runde schaute
jetzt auch zum Sitzen sich nun traute.

Er ging darum schnurstracks zur Mitte
Bis er vernahm: „Ihr Ticket bitte!“

Eins von den Mädels wollt die Karte
Und er ...?  ....War der, der keines hatte!

Und die Moral von der Geschicht?
Schwarzfahren sollt´ man besser nicht.

Einzig der Trost der ihm verblieb:
das Mädel, war ja noch ganz lieb

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Kommentare: 2
  • #1

    heideli (Mittwoch, 30 November 2011 19:35)

    Herzlichen Glückwunsch zur Homepage!
    Und herzlichen glückwunsch zu dem schönen Schwarzfahrer Gedicht!

    Es grüßt Heide

  • #2

    Stefan Drobel (Donnerstag, 01 Dezember 2011 17:57)

    Ein durch und durch stimmiges metrisch perfektes und dazu tiefgründig humoristisches Gedicht das mich an Eugen Rothschild Werke erinnert.
    Prima. Grüße Stefan Drobel Bremen