Dickköpfigkeit hat seinen Preis

Ein Mensch fragt Gott:  wie kann das sein...

ich esse täglich Haferschleim,

mein Nachbar, sitzt in seinem Garten,

isst Rinderfilet, Schweinebraten,

ja auch Geflügel, Wild und Fisch

kommt dort im Wechsel auf den Tisch.

 

Kannst Du nicht auch an mich mal denken

und mir ein solches Festmal schenken?

...Ich denke, sagt Gott,  stets an Dich,

sonst säßest Du an leerem Tisch.

Du hast ein Heim, zwar wenig Geld

doch Weib und Kind wie's Dir gefällt.

 

Du bist gesund. Nun bleib' bescheiden,

hör auf, den Nachbarn zu beneiden,

denn dieser ist trotz Reichtum traurig

er hätt's gern so wie du... beschaulich.

So ganz alleine auf der Welt,

hat keinen Freund er, nur sein Geld.

 

Du kannst mit der Familie leben

schier alles würd' Dein Nachbar geben,

hätt' er, statt Reichtum, was Du hast,

denn reich sein ist ihm schwerste Last.

...Der Mensch stellt die Beschwerde ein,

denn plötzlich schmeckt der Haferschleim.

 

©  Horst Fleitmann 10/2015