Im Paradies

Gott, der sehr weise, gütig, mild

erschuf den Mann nach seinem Bild.

Als er ihn fertig hatte dann,

bemerkte er noch irgendwann:

dem Kerle könne etwas fehlen.

Schuf's Weib dazu, haucht ein zwei Seelen,

stellt beide dann einander vor,

direkt im Paradies am Tor.

 

Von oben sprach der Herrgott nieder:

ich gehe jetzt, komm später wieder.

Macht's euch bequem hier unterdessen.

Doch nicht vom Baum den Apfel essen!

Der hängt, ich sag es wie es ist,

nur da zum Test, für kurze Frist.

Gott ließ die Menschen nun (zum Schein)

um sie zu prüfen, sehr allein.

 

Damit sie wussten wer sie waren,

gaben sie selbst sich ihre Namen.

Ich Adam, zeigt der Mann auf sich.

Die Eva, sagt sie, bin dann ich.

Das paradiesisch schöne Treiben,

sollte nur kurz den beiden bleiben.

Denn eines Tages fing er an:

der Tag, an dem die Schlange kam.

 

Sie lud die Zwei zum Speisen ein,

am Apfelbaum, sollte es sein.

Als Adam Evas Nachricht hörte

und sich zunächst einmal empörte,

weil Eva, dieser Schlangenbrut

wer weiß warum, vertrauen tut,

tat Adam trotzdem sich bequemen,

die Einladung noch anzunehmen.

 

Spät sagt die Schlange unterdessen,

Als Nachtisch dürft ihr´n Apfel essen.

Der Boskop hier ist weit und breit

die allerbeste Köstlichkeit.

Vergessend aller Gottgebote

ahnten sie nicht, was ihnen drohte.

Mit Apfelbiss war für die zwei

das Paradies auch schon vorbei.

 

So sind wir, ganz genau genommen,

auf uns'ren Erdenball gekommen.

Hier gehen, was nicht wirklich heiter,

die Prüfungen tagtäglich weiter.

Solang das anhält, überdies

bleibt menschenleer das Paradies.

Wohl niemand wird es ernsthaft wagen

sich hierüber noch zu beklagen.

 

 

 

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