Jubiläum

Ein Mensch, frühmorgens aufgewacht
sieht plötz- und unzeit- lich: schon acht.
Er denkt, weil er sonst pünktlich ist,
würd  er bestimmt schon lang vermisst.

In der Fabrik bei  „Hobel Horden“
will man verleih´ n ihm einen Orden.
Schon dreißig Jahre in der Firma...
das war bei „Horden“ bisher nie da.

Der Mensch, ist müde und benommen,
denn abends war Besuch gekommen.
Man trank viel Bier und Schnaps und Wein
jetzt streikt mal dies, mal´ s andre Bein.

Versäumte er die Feier heute,
würd´ zum Gespött er,  für die Leute,
Versucht,  zu canceln dieses Fest,
per Anruf bei dem Chef, Herrn West.

Vergeblich sucht er´s Telefon
die Peinlichkeit, er spürt sie schon.
Bis dann sein Blick aufs Datum fällt
und sein Gesicht sich nun erhellt.

Die Feier ist am Montagmorgen.
Heute ist  Sonntag...  weg die Sorgen.
Zurück im Bett schläft er schnell ein,
und lässt Besucher nicht mehr rein.
 
Am Abend erst erwacht er wieder
Und streckt zufrieden seine Glieder.
Bis den Kalender er dann sieht
und´s  Blut ihm in die Birne zieht.
 
Ein Blatt vergaß er abzureißen.
Und grad bei ihm…  das soll was heißen.
Der Montag ist jetzt fast vorbei
Und auch die Jubel - Feierei.
 
Der Jubilar ist seitdem krank.
Sein Chef schickt Blumen und sagt Dank
für seine stete  Pünktlichkeit...
und wünscht gute Genesungszeit