Abergläubig

Heut Nacht war sehr stressig, ich komme nach Haus.

Mein Kopf, er tut weh und ich zieh mich gleich aus.

Mein Körper, er klebt und ich fühl mich nicht wohl,

worauf ich schon mal gleich mein Badetuch hol.

 

Dann schreit ich zur Wanne und stell mich hinein.

Wo kann nur mein Duschgel mit Moschusduft sein.

Ich find es dann neben sechs Haarpflegedosen

und könnte mein Weib (wenn sie da wär) liebkosen.

 

Ich öffne den Hahn und das Wasser, es rinnt,

nicht aus dem Duschkopf, weil der Hahn wieder spinnt.

Nach langem Bemühen (dem zehnten Versuch)

entfleucht mir nun doch ein entsetzlicher Fluch.

 

Dann plötzlich, da öffnen sich Poren von oben,

das Wasser ist kalt und das bringt mich zum Toben.

In Panik, vielleicht auch weil ich mich nun hasse,

reiß ich am Duschvorhang und finde es klasse

 

wie jener dann fällt auf den Boden im Bade,

dabei stoße ich mir geschickt meine Wade.

Schmerz macht aus der Front meines netten Gesichtes

sowas wie ne Fratze (trotz Halogenlichtes)...

 

Das Wasser ist nun nicht mehr kalt, sondern heiß.

Brauch kein Thermometer (weil ich es halt weiß).

Der Rücken knallrot, nun auch passend zur Wade,

fall ich aus der Wanne und find es echt schade.

 

Mein Weibchen erscheint drauf erstaunt in der Tür

und blickt mich bös an, als könnt´ ich was dafür.

Ich meide natürlich die Dis-ku-ssion

würd eh nur verlieren... (das wusste ich schon).

 

Das Bad überlass ich genervt meiner Frau,

weil ich mich nur noch in mein Bettchen reintrau.

Mein Körper klebt immer noch, ist auch sehr feucht,

ich renn in den Bed-Room, als wenn man mich scheucht.

 

Und fall in mein Bett, wohl zu schnell, wie es scheint,

weil dieses zerbricht (wonach Frauchen laut weint).

Heut ist nicht mein Tag, das begreif ich im Liegen,

ich werd heut – wie ´s scheint – keine Urkunde kriegen.

 

Geb mich so geschlagen und seh weise ein,

heut muss wohl der Freitag, der Dreizehnte sein.

 

                                                   Copyright by Klaus Heinzl 5/2012