Das Pfannenerlebnis

 .... oder der unglückliche Abend

 

Die Turmuhr schlägt zwölf und die Lichter gehn aus.

Herr Müller trägt grade Herrn Meier nach Haus.

Der hat wohl beim Trinken das Maß übersehen,

so kann er deshalb nicht mehr selbständig gehen.

 

Nach knapp einer Stunde, es ist kurz vor eins,

da zeigt der Herr Meier aufs Haus: „Das is meins!“

Herr Müller, er drückt drauf die Klingel der Türe,

(so stand ´s mal geschrieben in einer Lektüre)

 

Nach einiger Zeit hört er Schritte im Flur.

Es öffnet ein Fräulein mit hübscher Figur.

Da steht sie und starrt ihnen beiden entgegen...

Herr Müller, er grinst (der Verlegenheit wegen).

 

Dann meint sie verärgert (mit knallroten Backen),

sie war grad beschäftigt mit Zwiebelkleinhacken.

Was sie denn hier wollten, um grad diese Zeit,

Hausieren wär strafbar (das klang fast wie Streit) !

 

Dann flog schon die Tür zu und Müller wurd blass,

er hat viel erwartet... doch wirklich nicht DAS...

Herr Meier, noch immer besoffen im Kopf,

der wird langsam nüchtern, auch er drückt den Knopf.

 

Im Flur hört man Schritte, die Tür, sie geht auf...

Dann hört man ein DOING (eine Pfanne mit Knauf).

Ein zweites Mal klang das Geräusch durch die Nacht,

bis Müller um Vier aus dem Koma erwacht.

 

Er sah einen Raum, darin standen zwei Betten,

wohl kein Gästezimmer (er könnte drauf wetten).

Der Mann neben ihm hat den Kopf eingebunden,

(auch er hat ´ne Binde ums Haupt rumgewunden).

 

Er grübelt, denkt nach, doch er kann nicht kapieren,

wie konnte er nur sein Gedächtnis verlieren.

Es schwinden Minuten, da schreitet herein,

eine Frau ganz in Weiß (muss die Fachärztin sein).

 

Vielleicht auch ein Engel, er weiß nicht genau...

auf jeden Fall ist sie ´ne sehr schöne Frau.

Sie hat in der Hand eine Platte mit Buch,

er richtet sich auf... (nun er macht den Versuch...)

 

Der scheitert, weil ihn seine Kräfte verlassen,

dann blickt er zum Nachbarn... beginnt ihn zu hassen.

Ihm fiel plötzlich ein, was geschehen sein muss,

vernahm er doch nur diesen DOING-Klang zum Schluss.

 

Wie er dann erführ, wurden in dieser Nacht,

sie beide zu neuen Patienten gemacht.

Sie hatten sich wohl in der Türe geirrt...

durch ständiges Läuten die Hausfrau verwirrt.

 

Die kriegte wohl Angst, wollt den Frieden nicht trauen,

und hat ihnen dann auf den Scheitel gehauen.

Nun liegen sie hier – es trotzt jedem Vergleichs –

und sehen fast aus, wie im Orient die Scheichs.

 

Tja, irren ist menschlich, so steht es geschrieben.

Doch manch Konsequenz war hier doch übertrieben !

Herr Müller begriff, führt er jemanden aus,

dann fragt er ihn VORHER wo dieser zu Haus.

 

Herr Müller erzählt nun (und sieht noch verschwommen)...

Die Ärztin hat draufhin ´nen Lachkrampf bekommen.

Herr Meier, auch er kam nun wieder zu Sinnen,

und wollte auch gleich aus dem Zimmer entrinnen.

 

Der Gleichgewichtssinn spielte ihm einen Streich,

er fiel folglich hin (und entschuldigt sich gleich).

Das Haus, das er kannte, das war sehr weit fort,

denn leider war er an nem ganz andrem Ort.

 

Das Schicksal, das hatte ihn hierher gebracht

und alles nur wegen der saudummen Nacht.

Was meint man zum Schluss, was bleibt hier noch zu sagen:

Zu viel Alkohol schlägt nicht nur auf den „Magen“.

 

Wie man hier gut sieht, bei so manch armen Tropf,

trifft nicht selten ein Schlag auch sehr oft mal den Kopf.

Drum trinke in Maßen und sei auf der Hut

(ein Navigationsteil wär manchmal auch gut.)

 

Erspart es dir doch auf der Runkel die Schmerzen,

und hinterher auch ein Gedicht mit viel Scherzen.

 

 

                                                  Copyright by Klaus Heinzl  04.05.2009