Der Pflasterstein

 

Ein Pflasterstein (grad frisch verlegt)

durchlebte fürchterliche Tage.

Mal überfahren und befegt

fand er sein Leben nur als Plage.

 

Ob nun die Kurzen oder Langen,

ein jeder brachte ihm die Pein...

Fühlte sich derart „übergangen“

und dachte, „das kann echt nicht sein!“

 

So ging er vor Gericht ...in Siegen,

und reichte prompt die Klage ein.

Für all die, die am Boden liegen

gab es hier so ein Stelldichein.

 

Ein Richter, (der mit schwarzen Robe),

er blickte streng auf jenen Stein...

„Kein Grund, dass ich sie hier heut lobe,

wem fällt auch solcher Unsinn ein !?!

 

Sie sind ein Stein, was soll das werden?

Zu welchem Zweck erschuf man sie?

Sie können nur begangen werden...“

(begriffen hat der Stein das nie...!)

 

„Als Nierenstein, sind sie zu deftig...

als Edelstein zu wenig wert.

Die Klage find ich schon sehr heftig...

bei ihnen lief wohl was verkehrt...!?!“

 

Beschämt sah man den Stein nun gehen...

Zurück zu jener Pflasterstrasse...

So mancher (das konnt auch geschehen)

fiel über ihn  ...auf seine Nase.

 

Stein grinste dann (des Schadens wegen).

War er doch hart, doch auch sehr keck...

Sah sich als Ritter (der, mit Degen...)

und nun im Dasein seinen Zweck...!

 

Fazit:

Wie man hier sieht ... auch er hat Laster,

als Teil von einem Kopfsteinpflaster.

Und stolperst du mal über ihn...

nimm für den Schmerz ein Aspirin...

 

©  KH 16.04.2012