Bibelstunde ... König Salomo

Vor nicht mal ganz dreitausend Jahren,

(es gab hier auch Gerichtsverfahren)

da lebte einer (´s war grad föhnig)

in Israel und zwar als König.

 

Es hieß mit Namen Salomo.

Die Menschen waren damals froh,

da er stets friedlich, klug bei Fragen,

so hört, wie es sich zugetragen:

 

Zwei Frauen hatten wohl ein Kind.

Vor Hass, da wirkten sie wie blind,

und traten schließlich vor ´s Gericht...

Der König sah ´s (verstand es nicht).

 

Wie es wohl war, gebaren beide,

so schrieb man es auf Stein (mit Kreide)...

Doch eins der Babys starb alsbald...

Da lag es nun... sein Leib war kalt...

 

Die Mutter traurig und im Rausch

vollzog bei Nacht den bösen Tausch.

Am anderen Morgen, gegen drei,

da hörte man sehr viel Geschrei...

 

Die Mama sah das tote Kind...

doch wie die Mütter nun mal sind,

erkannte sie auch sonnenklar,

dass dies nicht Fleisch von ihrem war.

 

Ein Streit entstand (wie ´s Frauen tun)

man wollte auch nicht eher ruh´n.

„Ein Blutvergießen wird vermieden“,

hat man dann mit Vernunft entschieden,

 

„dann gehen wir... wohin denn... wo???

Na klar, zum König Salomo !“

So tobten beide zornentbrannt,

(sind ständig hin- und hergerannt),

 

bis unser König schließlich sauer,

(doch das war nur von kurzer Dauer)

zum Diener rief: „Gebt mir ein Schwert,

es nervt mich, wie man hier verkehrt!“

 

Ich teil das Kindlein, das noch lebt,

(wobei er es am Arm hochhebt)

in Teile zwei... so soll es sein....

(das Baby fand dies gar nicht fein).

 

 

„Okay, was soll´s“, - lachte die eine,

„ich nehm die Hälfte, die mit Beine“,

die andre aber rief entsetzt:

„Bevor mein Kindlein ihr verletzt,

 

soll diese Frau da, die Gestörte,

nun haben, was ihr nie gehörte.

Mein Kind soll leben, Salomo,

allein der Umstand macht mich froh !“

 

Der König lächelte im Stillen,

gab ihr das Kind aus weisem Willen,

weil er nun sah, die wahre Liebe,

die andre schrie (sie kriegte Hiebe).

 

Wie clever hatte er entschieden.

Hat Bluttat schließlich doch vermieden.

(Zwar munkelt man – wie immer... klar –

ob er nicht auch der Vater war...)

 

Doch heute schön geschrieben steht,

wenn ihr mal nach bei Google seht,

er war ein kluger, schlauer Mann,

vor dem den Hut man ziehen kann.

 

Doch heute trägt man kaum noch Hut,

man sagt nur noch: „Der Mann war gut!“

So mancher Möcht-Gern-Super-Star,

dem wird nach dieser Story klar,

 

wär Salomo, hier der Juror,

es käme dann womöglich vor,

dass dieser greift erneut zum Schwert....

(das wäre sicher nicht verkehrt)...

 

und zeigt dem Künstler seinen Weg,

mit einem Wink (ohne Beleg*).

Der Dieter könnt nach Haus marschieren,

und müsste keinen mehr blamieren.

 

 

                                               * Recall-Zettel

 

 

 

 

© kh. 22.01.2010

 

Anmerkungen von Klaus Heinzl zum Gedicht:

Dieser - für manche merkwürdige - Vergleich zu einer bekannten Casting-Show basiert auf dem Gedanken, dass auch hier meist drei "Könige" (nicht die heiligen Drei) auf ihrem Thron sitzen und über das Schicksal mancher jungen Schreihälse entscheiden müssen... Okay, Salomo war alleine (lag wohl am Personalmangel damals) aber dafür hatte er scharfe Argumente... 

Bitte nicht falsch verstehen. Ich will hier keineswegs das alte Testament oder den Glauben ins Lächerliche ziehen. Es ist nur ein Versuch, den Jugendlichen in deren Sprache das AT näherzubringen (auf dass es auch im Gedächtnis bleibe). Ob es sich damals tatsächlich so zugetragen hat, oder ob es nur als eine Geschichte gedacht war... bleibt wohl offen und ist auch hier eine Sache des Glaubens.