Wörtlich genommen

 

Alles spielte sich Ecke Lindenstrasse gegen 22:32 Uhr ab. Zwei Männer mittleren Alters begegnen sich und es entsteht folgender geistreicher Dialog:

 

„Hallo, können sie mir sagen, wie spät es ist?“

 

„Freilich !“ ....

 

„ Ja... und?“

 

„Was und?“

 

„Ja, können sie es mir nun sagen?“

 

„Freilich...“

 

„Und warum sagen sie es mir dann nicht?“

 

„Weil sie mich nicht danach gefragt haben.“

 

„Entschuldigen Sie... das hab ich doch grade....!“

 

„Nein.“

 

„Was?? ...Ich hab sie grade gefragt, ob sie mir sagen können, wie spät es ist...“

 

„Eben.“

 

„Was eben...“

 

„Ich gebe ihnen recht....  Sie haben mich gefragt, ob ich ihnen sagen könnte, wie spät es ist...

und ich habe ihnen die Antwort gegeben.    Ja, ich kann es.“

 

„Wissen sie was? .... Sie können mich mal...“

 

„Was...“

 

„Was was...“ 

 

Was kann ich sie mal...? Ihr Satz ist unvollständig!“

 

Das ist mir scheißegal !!!... Weil ich mit dieser blöden Quatscherei und ihrer Begriffsstutzigkeit nun meinen Termin verpasst habe und jetzt nicht einmal weiß, um wie viel Minuten ich meine Bekannte nun versetzt habe,

nur weil sie so borniert sind und mir nicht sagen können, wie spät es ist...!“

 

„Wieso...    ...kann ich doch...      ...sie müssen mich nur danach fragen...“

 

 

< DOING !!! > 

  

(... einer der beiden Gesprächspartner muss später auf der Polizeiwache erklären, wieso plötzlich seine Faust im Gesicht seines Gegenüber landete...)

 

Anmerkungen von Klaus Heinzl zur Kurzgeschichte:

Nicht autobiographisch. Weder bringe ich mein Gegenüber zum Wahnsinn, noch neige ich zur Gewalt. Dieser Form der merkwürdigen Konversation bediente sich auch ein bekannter Autor und Comedy-Star LORIOT. ... ist mir nach dem Reinstellen der GESCHICHTE bewusst geworden (lach).

Sei ihm von daher dieses Werk gewidmet.