In diesen Zeiten ist es üblich

(so mancher findet es betrüblich)

wenn unbemannt und unbeweibt

für'n Date man sich im Netz rumtreibt.

 

Wenn's einer macht, vielleicht auch beide

könnte es sein aus Langeweile.

Oftmals jedoch tut es wohl Not

weil die Vereinsamung sonst droht.

 

Denn wer nur vorm Computer hockt

hat Zweisamkeit meist schon verbockt.

So sucht man dann im Internet

ein Gegenstück, das möglichst nett,

 

Natürlich hat's das schon gegeben,

dass hier man Partner fand für's Leben.

Durch tausend Klicks und manche Chats

findet der Surfer dann was Nett's.

 

Man mailt sich hin und wieder her,

möchte hernach schon etwas mehr,

greift beiderseits zum Telefon

und dann, mit Glück, funkt es auch schon.

 

Der nächste Schritt ist der Termin,

wo er trifft sie und sie trifft ihn.

Er lädt sie dann zum Essen ein.

Beim Italiener könnt es sein.

 

Nun sitzen sie am gleichen Tisch.

Schnell trennt die Spreu vom Weizen sich.

Vielleicht wird dieser Tag verflucht

weil man was andres hat gesucht.

 

Doch hat, was jeder Mensch gleich spürt,

Gott Amor hier Regie geführt,

werden die Stunden zu Sekunden.

Man hat gesucht sich und gefunden.

 

Das Leben schreibt solche Geschichten,

sonst würde ich's hier nicht bedichten.

Sehr vielen Paaren ist passiert

dass glücklich sie sich so liiert.

 

© Horst Fleitmann 2018