Der Anwalt

 

Wurd jemand vor Gericht zitiert

weil irgendwer sich fühlt pikiert

und sei es auch nur aus Versehen

soll man zum Anwalt vorher gehen.

Zu gern wird man herein gebeten

für Geld wird jeder dort vertreten.

Lappalien weiß man ja, die sind

des Anwalts "allerliebstes Kind".

 

Zunächst liest er sich gründlich ein.

Könnt‘ nach Minuten fertig sein,

doch die Gebührenordnung zwingt,

dass er mehr Zeit damit verbringt.

Die Akte bleibt nun erstmal liegen

so wird’s ein „Fall“ auf Brech- und Biegen.

Er schreibt nach etwa sieben Tagen

dass er, der Anwalt, hätt´ noch Fragen.

 

Erneut wird ein Termin gemacht,

derweil des Anwalts Konto lacht,

denn der Mandant wird doch gebeten

zu überweisen erst Moneten

Ein Anwaltstag, das kennt man heuer,

ist durch getaktet und sehr teuer.

Zudem weiß man ja in der Tat

womit man dort zu rechnen hat.

 

Nun, langer Rede, kurzer Sinn,

der Fall zieht sich noch Wochen hin,

der Gegner sieht dann später ein

es könnt‘ auch ein Versehen sein.

Man einigt sich gern per Vergleich

der nur die Anwälte macht reich,

Sie senden ihre Nota schnell

auf Deutsch: Die Rechnung auf der Stell.

 

Fazit:

Ein Streit hat stets der Seiten zwei,

dein Anwalt zeigt dir Seite drei.