Künstlerpech

Ein Mensch  hatte ein Buch geschrieben
seit wann die Menschen Sex betrieben.
Kapitel eins, (das hat´s geben):
Homo erectus´  Liebesleben.
 
Verlagsseitig ließ man ihn wissen,
sein Buch wär´ ein zu harter Bissen
ganz ohne  Witz und wegen dessen
für Homo sapiens schwer zu lesen.
 
Der Mensch begann es neu zu schreiben.
beschrieb geschickt das heut´ ge Treiben
Sehr bildhaft und dazu  vergnüglich.
Doch der Verlag meint: wie betrüblich,
 
zwar hätt´ es  Witz und auch ein Schema,
sei im Verlag  jedoch kein Thema.
Man würd´ auf ihn ab jetzt verzichten.
Er soll stattdessen lieber Dichten.
 
Nehmen Sie´s bitte nicht persönlich
schrieb der Verlag dann ganz versöhnlich.
Der Mensch, befreit von Geistesqualen,
fing statt zu dichten, an zu Malen.
 
Er wollt´ auf allen seinen Bildern
der Menschen Abgründe nun schildern.
Malt jedoch,  gleich in welchen Posen,
die Menschen niemals ohne Hosen.

 

©  Horst Fleitmann 4/2013