Göttliches und Kleingeist

 

Die Musen – hehren Göttinnen wohl  gleichend –

beflügeln manch’  Poeten zum Gebet

und dieser – all profanen Dingen weichend –

schwingt seinen Geist so hoch, wie es nur geht.

Dort eingegeben sind ihm große Worte

am reinen und vom Licht geküssten Orte.

 

Undwie von selbst – als ob für ihn wer dächte,

schreibt nieder, was just so empfangen er.

Die Dichtkunst, sie verleiht ihm Götterrechte.

Sie nutzend, fällt das Reimen ihm nicht schwer.

Er preist die Liebe, Ehre und die Gnade,

die Kunst - in Epos und auch in Ballade…

 

Barbaren, Dümmlinge jedoch, beschmutzen

die hehren Werte, zieh’n  sie in den Dreck

der Gosse, lästern. Ja, und sie benutzen

nur Zoten, lassen keinen reinen Fleck…

Im tiefen Staube wälzen sie nur Spott

und glauben nicht an Würde, nicht an Gott…

 

Verschmieren alles Glänzende und Schöne

mit Hader, Lästerungen Tag für Tag.

Ein Rachegeist wünscht, dass der Zeus sie pöne

für Niedertracht - mit Blitz und Donnerschlag

und kann darüber grinsen und auch zanken…

Der edle Mensch folgt schöneren Gedanken!

 

Copyright by Paul Uhl  03.02.13