Die vierte Zugabe

 

 

Ein wunderschönes, berührendes Konzert war mit viel Applaus für die Musiker zu Ende gegangen. Es war der dankbare Lohn auch für drei ergreifende Zugaben der Artur-Rubinstein-Philharmonie Lodz mit dem Dirigenten Daniel Raiskin und der großartigen, kapriziösen Klarinettistin Sharon Kam.

 

Wie immer saßen wir danach noch zu viert mit unseren Freunden gemütlich im gegenüber liegenden Hotel-Restaurant zusammen, um den musikalischen Konzert-Abend zu diskutieren und bei einem Gläschen ausklingen zu lassen. In diesem Hotel übernachteten meistens auch die Protagonisten des jeweiligen Orchesters, das in der Kölner Philharmonie zu Gast war.

 

Wir hatten soeben eine leckere Kleinigkeit zu uns genommen. Kühler Wein und frisches Kölsch standen noch vor uns auf dem Tisch, als die blonde, hübsche polnische  Bratschistin des Orchesters mit dem bunten Blumenstrauß, den sie nach dem Konzert vom Veranstalter erhalten hatte, an unseren Tisch trat.

 

Freundlich fragte sie uns in gutem Deutsch, ob sie uns nicht den frühlingshaften Strauß schenken könne. Es sei doch zu schade, würde er auf ihrem Hotelzimmer vertrocknen. Denn in aller Frühe am nächsten Morgen ginge ihre Tournee weiter über Heidelberg und Linz nach Wien.

 

Nach einem kurzen Fachgespräch mit ihr über diesen wundervollen Musikabend, der noch jetzt beschwingt in uns nachklang, nahmen unsere Frauen den schönen Blumenstrauß dankbar an.

 

Eine vierte Zugabe, vor allem dieser zauberhaften Art,  hatten wir weder erwartet noch jemals zuvor erlebt.