Eisige Nebelschleier

 

Die Nacht liegt im Schweigen betrunkener Felder,

die erdnahe Wärme ergießt ihren Stolz.

Aus eisigen Lungen, da haucht durch die Wälder,

der herbstliche Nebel und tränkt morsches Holz.

 

Ein Chor singt im Reigen, von göttlichen Plänen,

vom Tag der Erlösung – dem „Jüngsten Gericht“.

Die Nebel sind eisig, das möcht’ ich erwähnen,

sie saugen die Wärme aus jedem Gesicht.

 

An lichtkargen Hängen, im kindlichen Hoffen,

da stirbt grad’ der Odem ... im Rosengebet.

Die Flora umgarnt sich mit grauweißen Stoffen,

wo einsam am Baum noch, ein Eichelblatt fleht.  

 

Der Tau klebt am Boden - die Tränen versponnen,

mit blutleeren Zweigen und Laub vom Geäst.

Die Farben verlier’n  sich, sind zeitlos geronnen,

Ein Künstler malt Gräber, weil ihn Jemand lässt.

 

 

U.W. © 10.11.2010